Donnerstag, 17. Mai 2012

Die Biogasanlage




Bürgerversammlung in Oberriexingen. Foto: Bögel
Bürgerversammlung in Oberriexingen. Foto: Bögel

Oberriexingen (ub). Es stinkt in Oberriexingen. Manchmal mehr, manchmal weniger. Aber die „Düfte“ aus der Tierhaltung von einigen Bauern lassen sich nicht wegdiskutieren. Mit einer geplanten Biogasanlage am Sersheimer Weg soll der Gestank eingedämmt werden.
Viele Bürger kennen den unangenehmen Gestank, der sich beim Aufenthalt auf der Terrasse in die Nase schleicht, schon lange. Auch bei der Rathausverwaltung ist das Problem nicht neu. Mit einer Biogasanlage, die die Biogas-Energie Oberriexingen GmbH&Co KG oberhalb des Aussiedlerhofes Grotz an der Straße nach Sersheim bauen will, soll die bisherige Geruchsbelästigung deutlich eingeschränkt werden. „Das ist auch für mich das Hauptargument für die Biogasanlage“, sagte Bürgermeister Werner Somlai am Freitagabend bei der Bürgerversammlung in der Oberriexinger Festhalle.
Mit der Erweiterung der bestehenden Biogasanlage in Sachsenheim sind die Betreiber, ein Zusammenschluss von Landwirten aus Oberriexingen und Sersheim, gescheitert. „Aus kommunalpolitischen Gründen“, wie mehrfach am Freitagabend betont wurde. Jetzt soll am Ortsrand von Oberriexingen eine neue Biogasanlage entstehen. Mit sieben Millionen Euro werden die Gesamtinvestitionskosten angegeben. Die Anlage soll von der Leistung her dreimal so groß wie die Anlage in Sachsenheim und etwas kleiner wie die Biogasanlage der Stadtwerke Mühlacker im Gebiet Waldäcker sein.
Der Oberriexinger Gemeinderat hat Anfang März einen Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes gefasst (die VKZ berichtete). Am Mittwoch entscheidet der Planungsausschuss der Region Stuttgart, ob die Fläche, wo die Anlage am nördlichen Ortsrand von Oberriexingen vorgesehen ist, aus dem regionalen Grünzug genommen werden kann. „Die Signale dafür sind positiv“, sagte der Sersheimer Steuerberater Hans-Peter Striebich, der bei der Bürgerversammlung das Projekt der Biogas-Energie Oberriexingen vorstellte.
Am Freitagabend gab es allerdings nur die ersten Informationen für die Bevölkerung. Ausführliche und detaillierte Auskünfte soll es dann bei einem gesonderten Besichtigungstermin einer bestehenden Biogasanlage geben. Anschließend daran ist eine Diskussionsrunde in der Festhalle geplant.
„Wir wollen mit offenen Karten spielen, ohne Hintergedanken und Tricksereien. Und so ein sauberes Projekt abliefern“, warb Striebich, der seit Jahren die Landwirte vertritt.
Seit 2006 betreibt die Biogas-Energie Oberriexingen die Anlage in Sachsenheim. „Und die Unkenrufe wegen Geruchsbelästigungen oder Verkehrsbelastungen sind verstummt“, betonte Striebich.
 In einem Pilotprojekt soll für die projektierte Anlage in Oberriexingen Gülle in einem unterirdischen System von den umliegenden Höfen zugeführt werden. Durch dieses geschlossene System soll sich der bestehende Gülle-Geruch deutlich reduzieren. Nach der Vergärung in der Biogasanlage wird die Gülle als hochwertiger Dünger in den Feldern ausgebracht. Partner der Biogas-Energie sind die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen. So wird das Biogas direkt auf dem Grundstück in die Leitung der Stadtwerke eingespeist.
„Nach menschlichem Ermessen kann von der geplanten Anlage in Oberriexingen keine Emission ausgehen“, sagte Striebich bei der Bürgerversammlung. Zusätzlich zu der Anlage planen die Betreiber auch einen Häckselplatz, auf dem die Kommunen Sersheim und Sachsenheim sowie die Bürger ihre Grünschnittabfälle abliefern können. Diese Abfälle dienen als weiteres „Futter“ für die Anlage (siehe auch Info-Kasten).




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