Vaihingen (ub). Die Tennishalle im Egelsee in Vaihingen wird verkauft. Bis in vier Wochen sollen die letzten Hürden genommen sein. Ein privater Investor aus Vaihingen möchte neben den Tennisplätzen auch ein Fitnessstudio betreiben.
Damit kommt der Turnverein Vaihingen von einem gewaltigen Schuldenberg runter. Denn die im Jahre 1990 eingeweihte Anlage wirft seit langem nicht den Erlös ab, den die Betreiber – eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), bestehend aus dem TV Vaihingen zu zwei Dritteln und dem Privatinvestor und TVV-Mitglied Manfred Kalweit zu einem Drittel – benötigen, um den Verpflichtungen gegenüber den Banken nachzukommen. Umgerechnet 1,35 Millionen Euro investierte die GbR damals in das Projekt Tennishalle in der Walter-de-Pay-Straße in Vaihingen – noch heute gibt es aktuelle Außenstände von 800000 Euro.
1990 boomte der Tennissport: Zur Einweihung der Tennishalle kam sogar der damalige Ministerpräsident Lothar Späth nach Vaihingen. Die Tennisabteilung des TV Vaihingen hatte zu dieser Zeit über 500 Mitglieder, heute sind es noch 300. Das schwindende Interesse am Tennis hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Belegungszahlen. Rings um Vaihingen sind in den letzten Jahren einige Tennishallen verschwunden.
„So können wir nicht weitermachen“, lautete auch beim Turnverein Vaihingen seit einigen Jahren die Erkenntnis. „Durch die Einnahmen konnte der Kapitaldienst nicht erbracht werden“, sagte Friedrich Wahl am Donnerstagabend bei der Hauptversammlung des Turnvereins Vaihingen im Löwensaal der Stadthalle (Bericht auf Seite 13). Am Anfang habe es vertrauliche Gespräche mit der Stadt gegeben, ob die Tennishalle in eine öffentliche Sporthalle umgebaut werden könne – die VKZ berichtete im Dezember 2008. Doch rasch wurde diese Idee verworfen. Wahl: „Wir hatten auch Interessenten, die aber die Halle nicht mehr für den Tennissport nutzen wollten.“
Seit einigen Wochen haben sich nun die Verhandlungen mit einem Vaihinger Bürger konkretisiert, der bereits in einer anderen Landkreiskommune ein Fitnessstudio betreibt. Wahl: „Dieser Investor würde die Halle zu einem Preis kaufen, über den große Einigkeit besteht.“ Von der TVV-Vorstandschaft wird aber auch eingeräumt, dass die 800000 Euro Schulden durch den Kaufpreis nicht komplett getilgt werden. „Aber es verbleibt für den Turnverein eine tragbare Größe“, sagte Wahl am Donnerstagabend. Wichtig sei jetzt vor allem auch, dass in den Verein wieder Ruhe einkehre.
Der neue Eigentümer der Tennishalle will nach Angaben des TVV eines der drei Tennisfelder abbauen und hier ein Sportstudio einrichten. Die Squash-Plätze, die Gäststätte und die Geschäftsstelle des Turnvereins sollen angeblich weiterhin Bestand haben.
Bis zum Notartermin gibt es allerdings noch „einige Hürden“ (Wahl) zu überwinden. So gehören Grund und Boden einer Erbengemeinschaft und ist dem TVV zunächst für 30 Jahre und dann optional nochmals für 30 Jahre überlassen worden. Wahl: „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir das hinkriegen und hoffen, dass wir in den nächsten vier Wochen wissen, wie es konkret weitergeht.“
Welche Belastungen für den Verein durch die Tennishalle monatlich entstehen, machen auch einige Zahlen deutlich, die TV-Vorsitzender Dietrich Schreek am Donnerstagabend im Löwensaal der Stadthalle nannte: 2500 Euro monatlich betragen die Energiekosten – auch in den fünf Monaten, in denen kein Tennissport betrieben wird; 3500 Euro werden monatlich für die Erbpacht nötig.
