Donnerstag, 17. Mai 2012

Bodensanierung abgeschlossen




Ministerialdirektor Bernhard Bauer (Vierter von links) schwang zum Abschluss der Bodensanierungsarbeiten auf dem Luig-Areal die Schaufel mit Bürgermeister Harald Eiberger (Vierter von rechts) und (von links): Landesbeamter Wolfgang Herz und die beiden Landtagsabgeordneten Winfried Scheuermann (CDU) und Hans-Ulrich Rülke (FDP). Foto: Elsässer
Ministerialdirektor Bernhard Bauer (Vierter von links) schwang zum Abschluss der Bodensanierungsarbeiten auf dem Luig-Areal die Schaufel mit Bürgermeister Harald Eiberger (Vierter von rechts) und (von links): Landesbeamter Wolfgang Herz und die beiden Landtagsabgeordneten Winfried Scheuermann (CDU) und Hans-Ulrich Rülke (FDP). Foto: Elsässer

Illingen (elf) – Der Bodenaustausch auf dem Luig-Areal in Illingen wird früher abgeschlossen als geplant. Statt Ende Mai wird die Maßnahme bereits nächste Woche erledigt sein. Zur symbolischen Beendigung der Bodensanierung schwang gestern Ministerialdirektor Bernhard Bauer vom Landes-Umweltministerium die Schaufel.
Zu sehen gab es eigentlich gar nichts. Doch genau dies war der Grund für den hohen Besuch aus dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr. Denn noch vor wenigen Monaten standen hier die größte Werkshalle des Landes sowie zahlreiche Gebäude, die am Ende bis zu 46 Firmen beherbergten. Mittlerweile ist alles abgerissen worden und der Austausch von verunreinigtem Boden nahezu abgeschlossen. Jetzt ist das Areal eben und der Weg frei für die Erschließung der größten Gewerbebrache in der Region Nordschwarzwald.
Dr. Rüdiger Philipps vom Büro Weber-Ingenieure in Pforzheim lieferte dem Ministerialdirektor einige Zahlen und Fakten zur Bodensanierung. Demnach seien in knapp fünf Monaten 28500 Kubikmeter Boden ausgetauscht worden, was einem Gesamtgewicht von rund 50000 Tonnen entspricht. 40000 Tonnen Boden seien in Richtung Friolzheim zur Aufschüttung eines Lärmschutzwalls transportiert worden. Der Rest kam auf die Deponie Burghof bei Horrheim. Insgesamt habe es 1300 Lkw-Fahrten gegeben, inklusive des Materials, das angefahren wurde. Bei den Kosten liege man in der Größenordnung der zu Beginn geschätzten 1,37 Millionen Euro. 60 Prozent der Kosten übernahm das Land. „Wir haben einen Bunker freigelegt sowie zwei Stahltanks“, sagte Philipps. Ob einer der Tanks – wie vermutet – etwas mit einem U-Boot zu tun hat, „lässt sich nicht mehr rekonstruieren“.
„Meistens sagt man ja ‚was lange währt, wird endlich gut‘, doch hier heißt es eher ‚in der Kürze liegt die Würze‘“, sagte Ministerialdirektor Bernhard Bauer. Es sei schon phänomenal, was hier seit dem Grundstückserwerb im Januar 2009 passiert ist. Auch das Land Baden-Württemberg hätte mit Zuschüssen einiges dafür getan, damit sich auf dem Luig-Areal ein Kleinod entwickeln kann. Allen voran lobte der Ministerialdirektor Bürgermeister Harald Eiberger, der „die Dinge vorantreibt“ aber auch den Gemeinderat für seine Beschlüsse und die Abgeordneten für ihr Drängen. „Ich hoffe und wünsche, dass es gelingt, eine wunderbare Mischbebauung hinzubekommen und drücke die Daumen, dass Sie Ihre Ziele, die Innenentwicklung zu stärken, verwirklichen können“, sagte Bernhard Bauer.
Der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz bezeichnete die Umwandlung der Gewerbebrache Luig-Areal in Gewerbe- und Wohnbebauung als ein „tolles Projekt, das mustergültig in der Abwicklung sei“. Er lobte die Eindämmung des Flächenverbrauchs und bezeichnete es als einen „Quantensprung, eine solche Fläche zu reaktivieren“. Künftig würde sich auch der Kreiskämmerer freuen, wenn viel gebaut wird, denn das spüle Genehmigungsgebühren in die Kasse.
Und wie geht es jetzt weiter? „Im zweiten Halbjahr wird eine Lärmschutzwand entlang der Bahnlinie errichtet. Dann starten die Erschließungsmaßnahmen“, sagte Bürgermeister Harald Eiberger. Im Moment arbeite die Verwaltung an der Vermarktung der Grundstücke. Eiberger: „Wir sind in sehr ernsthaften Gesprächen mit Investoren.“ Parallel dazu werde der Bebauungsplan-Entwurf erarbeitet. „Wir versuchen, erst zu verkaufen und dann den Bebauungsplan den Wünschen der Investoren anzupassen“, sagte der Schultes. Auch private Häuslesbauer hätten bereits ihr Interesse an einem Grundstück auf dem Luig-Areal geäußert. Diese Einzelnachfragen würden gesammelt. Am liebsten wäre es dem Bürgermeister allerdings, wenn sich ein Bauträger finden ließe, der die Grundstücke vermarktet. Am Ende sei es – wie immer – eine Entscheidung des Gemeinderats.




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