Enzweihingen (elf) – Gestern Vormittag haben die Straßenbauarbeiten in der Ortsdurchfahrt von Enzweihingen begonnen. Gleichzeitig traten die zahlreichen Umleitungen in Kraft. Eine erste Testfahrt hat ergeben: Das Chaos blieb aus. Doch in den nächsten Wochen wird es vor allem auf der Bundesstraße 10 erhebliche Behinderungen geben.
Wie kommt man am schnellsten von Vaihingen nach Eberdingen? Normalerweise führt der Weg dorthin über Enzweihingen und Riet. Doch bereits am späten Vormittag steht der Autofahrer ab der Aral-Tankstelle am Vaihinger Eck im Stau. In gemächlichem Stop and go geht es bis zur Karl-Blessing-Straße, wo der Grund für den Stau steht – eine Ampel. Sie sorgt dafür, dass der Verkehr aus Enzweihingen heraus auf die B 10 auch zu seinem Recht kommt. Also tut der ortskundige Autofahrer besser daran, wenn er den Vaihinger Stadtteil von vornherein weiträumig umfährt. Die Variante über Aurich und Nussdorf ist tatsächlich die bessere und schnellere.
Zurück zur B 10: Wer die erste Hürde genommen hat und weiter in Richtung Stuttgart will, fährt ungestreift weiter bis zur nächsten Ampel an der Hindenburgstraße/Leinfelder Straße. Hier kann der innerörtliche Verkehr die Bundesstraße im rechten Winkel queren. Ab hier herrscht wieder freie Fahrt nach Stuttgart. In der Gegenrichtung rollt der Verkehr – zumindest am späten Vormittag ohne Behinderungen. Womöglich greifen hier bereits die Umleitungen, die den Verkehr in Richtung Riet bereits am Pulverdinger Hof abfangen und über Hochdorf leiten. Am Nachmittag ein anderes Bild: Mit zunehmendem Berufsverkehr staut es sich immer weiter die Enzweihinger Steige hoch.
Und wie ergeht es dem Autofahrer, der von Riet aus zur B 10 will? In Richtung Illingen, Vaihingen und Pforzheim wird man über Aurich umgeleitet. Das macht Sinn. Wer die Umleitung ignoriert, bekommt in Enzweihingen einen weiteren Hinweis darauf in der Beerhaldenstraße. Auch hier kann man noch bequem über Aurich in Richtung Vaihingen und Illingen fahren. Wer diese Umleitung auch noch ignoriert, tut sich keinen Gefallen, denn wenige hundert Meter später steht man vor der Baustelle und wird in die Karl-Blessing-Straße geleitet und findet sich an der B 10 an einer Ampel wieder. Von hier lässt es sich nach rechts und links auf die Bundesstraße einfahren.
In der Karl-Blessing-Straße herrscht während der Baustellenzeit absolutes Halteverbot. Einen Mercedesfahrer aus dem Landkreis Böblingen schert das wenig. Er stellt seinen Benz einfach ab und muss sich wenig später darüber wundern, dass ein Abschleppdienst sein Auto an den Haken genommen hat. Doch Diethelm Beier, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Vaihingen, sieht keine andere Möglichkeit und bittet das Ordnungsamt der Stadtverwaltung darum, das Auto entfernen zu lassen. Beier steht nicht zufällig da. Er will sich über die Umleitungsstrecken informieren und fährt sie ab. Dabei trifft er in der Karl-Blessing-Straße nicht nur auf das Auto des Parksünders, sondern auch auf Ortsvorsteher Kurt Erhardt und Torsten Conte vom Fachbereich Straßen innerhalb des Verkehrsdezernats im Landratsamt Ludwigsburg. Erhardt macht darauf aufmerksam, dass doch bitteschön auch die Pfarrgasse gesperrt werden soll. Erstens sei die Straße für den Ausweichverkehr zu eng, zweitens seien dort täglich viele Schüler unterwegs. Eine Bitte, die Torsten Conte sofort notiert und darauf reagiert. Die beiden Verkehrsexperten Beier und Conte sind sich einig, dass sich die ortskundigen Autofahrer in den ersten zwei bis drei Tagen schnell an die Situation gewöhnen. „Es wird sich eine Eigendynamik entwickeln“, weiß Diethelm Beier. Schließlich gebe es ja auch genügend Ausweichstrecken.
Deswegen gilt: Wer lesen kann, ist im Vorteil. Schließlich sind die Umleitungen rechtzeitig ausgeschildert. Dennoch passierte auch gestern beinahe ein Unfall, als eine Dame von Vaihingen kommend in die Vaihinger Straße einbiegen wollte und vor Ratlosigkeit erst mal stehenblieb. Der Fahrer eines schweren Sattelzugs war glücklicherweise aufmerksamer und brachte seinen Truck noch rechtzeitig zum Stehen. Bleibt zu hoffen, dass es in den nächsten Wochen unfallfrei bleibt.
