Donnerstag, 17. Mai 2012

Tanzfest der Familien-Bildung






Großes Fest zum Geburtstag der Seniorentanzgruppe. Foto: Arning
Großes Tanzfest zum Geburtstag der Seniorentanzgruppe. Foto: Arning

Vaihingen (aa). „Großer Atlantik“ als Tanzkreis zum Auftakt. „16 Schritte, dann drehen und sich einen neuen Partner suchen“, so lautet die Anweisung von Helga Fischle. Auch Oberbürgermeister Gerd Maisch kann sich dem Tanzreigen nicht entziehen. „Willkommen zum Tanzfest“ heißt es am Samstag in der Stadthalle. Die Seniorentanzgruppe der Familien-Bildung gibt es seit 20 Jahren. Sie hat ihren Geburtstag in den Veranstaltungsreigen zum 40-jährigen Bestehen der Familien-Bildung eingebaut. Der Andrang ist riesig. Kein Wunder, es sind auch Gruppen aus Ötigheim bei Rastatt, Plattenhardt, Alpirsbach, Auerbach und Sachsenheim eingeladen worden. Und alle sind gekommen. Unter dem Dach der Familien-Bildung gibt es noch noch zwei Gruppen, die natürlich ebenfalls nicht fehlen dürfen. Es müssen sogar noch Tische und Stühle aufgestellt werden. „Nichts ist so unentbehrlich wie der Tanz.“ Dieses Molière-Zitat steht als Motto über dem Fest. Und muss natürlich bewiesen werden. Natürlich wird auch ein wenig geredet. Margit Rösslein, Geschäftsführerin der Familien-Bildung, macht auf das große Jubiläumsfest am 24. September aufmerksam, freut sich über die wunderschöne große Runde in der Stadthalle. Tanzen, also Bewegung im Rhythmus der Musik, sei auch optimales Gehirnjogging, findet sie, habe etwas Befreiendes, sei Gleichklang von Körper, Seele und Geist. Oberbürgermeister Gerd Maisch hat sich für das Tanzfest fein gemacht und einen dunklen Anzug abgezogen. Er lobt die Familien-Bildung als unheimlich wichtigen Partner der Stadt: „Wir haben sehr viel miteinander zu tun, vor allem bei der Betreuung von Kindern.“ Aber auch die Seniorenarbeit werde ein immer wichtigerer Aspekt, der auch in die Arbeit der Stadtverwaltung einfließe. Man müsse sich Gedanken machen über Angebote für die sehr, sehr aktiven Senioren. Und es werde immer wichtiger, auch Angebote von Senioren anzubieten. Maisch gratuliert speziell Helga Fischle für den großen Einsatz zum Wohle der Tanzgruppe. „Ich verrate Ihr Alter nicht“, scherzt der OB, „aber als Sie vor 20 Jahren angefangen haben, waren Sie sechzig.“ Wäre auch das geklärt. Mit ihren 80 Lenzen zählt Helga Fischle noch lange nicht zu den Ältesten; fast neunzig ist die betagteste Tänzerin. Die Jüngste ist sechzig. Helga Fischle ist 1990 zur Gruppe gestoßen. Nach dem Tod der Leiterin hat sie vier Jahre später das Kommando übernommen. Für diese lange Leistung spricht ihr Dagmar Holzberg, Vorsitzende der Familien-Bildung, Dank aus. „Sie haben die Arbeit der Familien-Bildung durch Ihre Auftritte nach außen getragen“, lobt sie. Zehn Mal war die 32-köpfige Gruppe, darunter ein Mann, zum Beispiel beim Seniorennachmittag des Maientags mit von der Partie. Dazu kommen immer wieder Auftritte in den Altenheimen oder beim Seniorennachmittag der evangelischen Kirchengemeinde. Und es werden Kontakte zu anderen Tanzgruppen gepflegt. Trainiert wird übrigens am Donnerstagnachmittag im evangelischen Gemeindehaus. Doch dann wird getanzt. Der ganze Saal ist in  Bewegung. Alle Gruppen haben ein kleines Programm einstudiert. Vom Radetzky-Marsch der Gastgeber bis zum Menuett der Gruppe aus Alpirsbach, vom Mexican Shuffle bis zum Block Rock’n’Roll reicht die Palette.  Und jedesmal wird ein Mitmachtanz eingebaut. Wie gesagt: Auch der OB muss da dran glauben. 16 Schritte, Drehung, neuen Partner suchen. Das ist für ihn beim ersten Versuch Bezirkskantor Hansjörg Fröschle, Schwiegersohn von Helga Fischle – wo es doch so viel Frauen gibt. Doch die beiden tragen es mit der gebotenen Würde.


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