Donnerstag, 17. Mai 2012

Bockbierfest als Phänomen






Stimmung beim Bockbierfest in Vaihingen. Fotos: Arning
Stimmung beim Bockbierfest in Vaihingen. Fotos: Arning

Vaihingen (aa). Die Veranstaltung ist ein Phänomen! Da wird in eine Gerätehalle eingeladen, für die das Wort Flair eigentlich völlig neu definiert werden müsste – und die Besucher stehen Schlange, um dabeisein zu können. Bockbierfest heißt das Zauberwort. Man mag es kaum glauben. Es soll bereits die 37. Auflage des Festes gewesen sein, die der Musikverein Vaihingen inzwischen hinter sich gebracht hat. Die Gerätehalle der Baufirma Gebrüder Ezel in der Gutenbergstraße hat in diesen Jahren schon viele stürmische Nächte erlebt. Und manche Ernüchterung gebracht, wenn die Wirkung des Bockbiers aus Andechs nachgelassen hat. Die Veranstalter sahen sich gezwungen, die Sicherheitsvorkehrungen ständig zu optimieren und auch den Rahmen neu zu fixieren. Der Freitag ist gestrichen worden, dafür wurde der Samstagabend in den Mittelpunkt gerückt. Hier sind die Fetenhits angesagt sind. Das Security-Personal (diesmal sechs Personen) ist schon lange Standard; es holt allzu übermütige Zeitgenossen wieder auf den Boden der Tatsachen herunter. „Die Besucher sollen sich insgesamt sicher fühlen“, ist die Zielsetzung. „Am Samstag begrenzte Besucherzahl!“ Beim MVV lernt man schnell dazu. Die Festmacher um die Vorsitzende Effi Münchinger wollten diesmal kein Risiko eingehen. „Wenn die Halle voll ist, kommen nur noch Leute rein, wenn jemand geht“, war die Devise. Dafür musste das Areal fast in eine Festung verwandelt werden. Eingang mit verwinkelten Gitterverschlägen, über zwei Meter hoch. Da standen die Zuspätgekommenen dann in einer langen Schlange und hofften, dass es andere nach Hause zog. Und rigoros wurden die Ausweise der unter 18-Jährigen eingezogen, verschiedenfarbige Armbändel verteilt: Blau darf trinken, rot nicht. Dass erstmals auch noch Eintritt verlangt wurde - zwei Euro – schreckte nicht ab. Die Vorsitzende, im Hauptberuf Gymnasiallehrerin, saß zeitweise selbst an der Kasse und wunderte sich nicht schlecht über den Altersschnitt: „Fast nur junge Leute. Dass die auf die Musik stehen?“ Mitsinglieder sind angesagt, wenn die MVV-Bockbierband unter der Regie von Daniela Strauß loslegt. Gut 70 Hits hat die Truppe im Repertoire – von „Baby come back“ bis zum WM-Hit der Sportfreunde Stiller, von „Satisfaction“ bis „Che Sera“. Seit Jahren heizt das Gesangsduo Anja und Matthias Kohle dabei richtig ein: „Und hoch die Tassen!“ Und ein Hit war diesmal der Auftritt von Johanna Grözinger. An den Zapfanlagen müssen die Hähne kaum noch zugedreht werden; vier Mann schenken aus. Und am Hähnchen-Grillstand ist die Vaihinger Grünen-Stadträtin Susanne Schwarz-Zeeb als treue Helferin auch wieder in der Heimat angekommen. Nach vier Wochen Indien macht ihr die Hitze nichts aus. „Alles gut gegangen“, war das Fazit am Sonntagmorgen beim Frühschoppenkonzert mit dem Großen Blasorchester. Die Feuerwehr Vaihingen konnte eine vergleichsweise gemütliche Bewirtungsschicht schieben. Auch das ist Tradition beim Bockbierfest: Organisationen, bei denen der MVV auftritt, helfen den Musikern bei der Bewirtung. Da werden locker immer über 100 Helfer benötigt.


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