Kleinsachsenheim (sr) – Kirschen rot, Spargel tot. Diese alte Bauernregel beschreibt das Ende der Spargelsaison. Bis zum 24. Juni können sich Spargelliebhaber allerdings erst einmal freuen. Das bleiche Gemüse lockt.
Wenn es ihm richtig gut geht, kann der Spargel bis zu sieben Zentimeter am Tag wachsen. Da läuft dem echten Spargel-Fan das Wasser im Mund zusammen. Edelgemüse und königliches Gemüse sind nur einige Kosenamen für die Triebe im Dunkeln, die beim Spargelstechen entfernt werden.
Seit dem Jahr 2005 erntet die Familie Schmid in Kleinsachsenheim auf einigen ihrer Felder Gemüsespargel. In diesem Jahr rechnet Martin Schmid mit einem guten Jahr. Seit Ostermontag wird Spargel gestochen, zuerst am beheizten Feld des Hofs. Beim Spargelstechen werden die in der Erde liegenden Triebe vorsichtig entfernt. Jeden Tag laufen die Erntehelfer auf dem Kleinsachsenheimer Hof die Spargelfelder ab und kontrollieren, wo unter den Folien die begehrten Triebspitzen herausspicken.
Mit zwölf Euro pro Kilogramm Spargel sind die Schmids in die Saison eingestiegen. Der Preis sei allerdings sehr variabel und sowohl vom Marktgeschehen als auch von der Witterung abhängig.
Warm sollte es nun bleiben, hofft Melissa Schmid, denn Kälte würde das Wachstum hemmen. Quer durch die Generationen der Familie Schmid wird nun fast täglich Spargel gegessen. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass genug Wasser getrunken wird. Denn aufgrund der enthaltenen Asparaginsäure und des hohen Kalium-Gehalts wirkt die kulinarische Köstlichkeit harntreibend.
Besonders beliebt auf dem Aussiedlerhof der Spargelanbauer sei die Schälmaschine, in der die Stangen kostenlos von der faserigen, zähen Schale befreit werden. Die Triebe werden meist gekocht und gerne mit Schinken oder als Suppe verspeist. Bei der mehrjährigen Staude aus der Familie der Spargelgewächse handelt es sich um eine recht trockenresistente Pflanze. Die Wurzelstöcke verbleiben nach der Ernte im Boden und sorgen bis zu neun Jahre lang auf dem Feld für die neue Triebe. Die Pflanze ist zweihäusig, das bedeutet, dass es in der Regel männliche und weibliche Exemplare gibt. Beim Anbau des Gemüsespargels werden vornehmlich männliche Spargelpflanzen eingesetzt, diese gelten als ertragreicher.
Neben dem Gemüsespargel, wissenschaftlich Asparagus officinalis, gibt es noch etwa 14 weitere Arten der Pflanzengattung Spargel in Europa. Bekannt ist auch der Zierspargel, eine beliebte Zimmerpflanze, die nicht zuletzt durch ihre Robustheit überzeugt.
