Donnerstag, 17. Mai 2012

Gute Erlöse für Eichenholz






Jörg Ziegler mit dem teuersten Stamm. Fotos: Arning
Jörg Ziegler mit dem teuersten Stamm. Fotos: Arning
Holzlager im Bartenberg.
Holzlager im Bartenberg.

Vaihingen (aa). Holzpreise auf Talfahrt! So lautete die Überschrift nach der Eichen-Submission für den Landkreis Ludwigsburg im April 2009. Die Aussage ist Schnee vom letzten Jahr. „Wir haben bei den Erlösen kräftig zugelegt“, freut sich Jörg Ziegler vom Fachbereich Forsten des Landratsamtes. Das „kräftig zugelegt“ liest sich in Zahlen ausgedrückt so: Der durchschnittliche Erlös pro Festmeter betrug diesmal 363,78 Euro; vor einem Jahr waren es lediglich 249,07 Euro. Erlöst wurden daraus 392000 Euro (2009: 388000 Euro). Das Geld fließt an die Waldbesitzer, in der Regel sind das die Kommunen. „Die Situation hat sich fast schlagartig geändert“, berichtet Forstdirektor Ziegler, Stellvertreter von Amtsleiter Frieder Schwarz. „Es geht nichts“, hätten die Kunden im letzten Jahr gejammert. Man habe daraufhin den Einschlag reduziert, um nicht für die Halde zu produzieren. Dass es so gut laufen würde, habe man nie nimmer erwartet. Der Holzpreis unterliegt immer wieder großen Schwankungen. Frieder Schwarz hat dafür eine Grafik erstellt. 1970 lag der Durchschnittspreis pro Festmeter bei gerade mal 110 Euro (umgerechnet von D-Mark), ein Jahr später sogar nur bei 88 Euro, 1974 wurde erstmals die 200-Euro-Marke geknackt (218). In leichten Wellen setzte sich das so fort bis 2006 mit einem Tief in 1998 (106 Euro). 2007 wurde mit 415 Euro die Spitze erreicht, 2008 ging es auf 369 Euro runter, 2009 sogar auf 249. „Das ist absolut nicht zu steuern“, bedauern die Hüter des Waldes im Landkreis, die ihr Domizil in der Vaihinger Mühlstraße haben. Der Export spiele dabei eine große Rolle. Insgesamt war im letzten Forstwirtschaftsjahr ein Einschlag von 53000 Festmetern im Landkreis geplant, zur Eichen-Submission kamen 1073 Festmeter, was in etwa die Hälfte der Menge von 2009 ausmachte. Seit mehreren Jahren wird die Stammholzauktion für den Kreis Ludwigsburg, den waldärmsten Landkreis des Landes (12437 Hektar, entspricht 18 Prozent der Kreisfläche), nicht mehr in Form einer Saalveranstaltung angeboten (früher in Heimerdingen). Die Stammkunden erhalten einen Katalog, zudem werden die Losverzeichnisse im Internet veröffentlicht. Es hat sich bewährt, dass die Stämme auf zentralen Lagerplätzen präsentiert werden – am Saatschulweg im Bartenbergwald bei Kleinglattbach und an der Solitudeallee im Pulverdinger Holz. Das dritte Zentrallager am Stöcklesweg bei Freudental wurde diesmal nicht benötigt. Die Interessenten bekommen an den Lagerplätzen beste Ware übersichtlich präsentiert – an zwei Wochenenden wird sogar schneefreies Holz garantiert, denn die Käufer wollen ja keine in Schnee gepackten Stämme begutachten müssen. „Unsere Mitarbeiter müssen dann im Fall des Falles zum Fegen ausrücken“, sagt Jörg Ziegler. 28 Unternehmen – vor allem Furnierbetriebe und Möbelbauer – haben in diesem Jahr bis zum 24. März ihre Gebote eingereicht – darunter auch Interessenten aus Österreich, Frankreich und Dänemark. „Vor allem Furnierkunden wissen, dass sie bei uns hervorragende Ware bekommen“, ist Jörg Ziegler überzeugt. Zum Beispiel erzielen Eichen aus dem Revier Eberdingen immer wieder Top-Preise (auch diesmal lag hier der Durchschnittspreis bei 500 Euro). Der Superstamm kam jedoch aus dem Ensinger Gemeindewald. 1769 Euro/Festmeter hat die Furnierfirma Heinrich Mehlin aus Hafenlohr am Main geboten und dann auch den Zuschlag erhalten. Für die 2,06 Festmeter sind am Ende 3644 Euro plus Mehrwertsteuer zu berappen. Alleine für diesen Stamm mit der Nummer 1303 hatten noch 20 Konkurrenten ihre Gebote abgegeben. Zu besichtigen ist das teure Stück beim Wasserreservoir im Bartenberg. Forstdirektor Ziegler kommt ins Schwärmen: „Der Stamm hat eine ganz kleine Spinne an der Schnittstelle und Jahresringe, die sich gleichmäßig aufbauen. So lieben es die Furnierbetriebe.“ Die Nummer zwei der diesjährigen Submission ist im Pulverdinger Holz zu begutachten. Die Eiche aus dem Staatswald bringt 1168 Euro/Festmeter in die Kasse. Bis auf einen Stamm ging übrigens das ganze Angebot weg. Der Zuschlag wurde wieder traditionell in Heimerdingen erteilt – dabei sind die Förster in der Regel unter sich. „Der Unterhaltungswert war früher sicher höher“, meint Jörg Ziegler, „aber die Käufer haben heute nicht mehr die Zeit dafür, einen halben Tag in einem Saal zu hocken und zu bieten.“ So geht’s jetzt halt recht anonym zu. Wenn am Ende aber der Umsatz stimmt, kann das auch verkraftet werden. Aus dem Raum Vaihingen kamen noch folgende Mengen zur Versteigerung: Aus dem Sersheimer Gemeindewald 91 Festmeter, aus Oberriexingen 42 Festmeter, aus Sachsenheim 110 Festmeter und aus Eberdingen 58 Festmeter. Aus den Vaihinger Waldungen wurden 207 Festmeter angeboten (2009: 319), die zu einem Durchschnittspreis von 387 Euro verkauft wurden.


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