Eigener Pausenhof für Auricher Schüler
Aurich (rkü). Eltern und Schulleitung haben schon lange einen Pausenhof für die Auricher Grundschule gefordert. Jetzt hat der Ortschaftsrat den Planungen zugestimmt. Das Votum des Vaihinger Gemeinderats steht noch aus.
„Der Streit um die Verkehrssituation geht seit dem Jahr 1984“, beschreibt Schulleiterin Irmgard Kißling die Hartnäckigkeit des Problems. Unterschiedliche Auffassungen sorgten offenbar immer wieder für Ablehnung oder Vertagung einer Baumaßnahme, die allen Wünschen gerecht wird.
Der Ist-Zustand in Aurich ist alles andere als befriedigend. Wenn von 9.20 bis 9.40 Uhr die Frühstücks- und Bewegungspause ansteht und wenn von 11.15 bis 11.30 Uhr die Spiel- und Bewegungspause stattfindet, sollen die Schüler ins Freie. Das eigentliche Schulgelände wird gegen die Pestalozzistraße nur durch einen weißen Strich abgegrenzt. Eine weitere Barriere – auch optischer Art – gibt es nicht, weil der Untergrund aus der gleichen Asphaltschicht besteht. Darum wird seit vielen Jahren während der Pausenzeiten die Straße gesperrt. Verkehrsschilder („Durchfahrt verboten für Kraftfahrzeuge aller Art“) weisen auf die Sperrzeiten hin. Quer über die Fahrbahn gespannte Metallketten verhindern die Durchfahrt auch praktisch. Wie wichtig dies ist, zeigte sich auch gestern, als Schulleiterin Kißling einem Kurierfahrer unmissverständlich klar machen musste, dass es nicht in Frage komme, während der Pause den abgesperrten Schulhof zu überfahren.
„Früher hat es deswegen auch schon handfeste Auseinandersetzungen gegeben“, erinnert sich Ortsvorsteherin Helga Eberle: „Einmal wurde jemand Kaffee ins Gesicht geleert und einmal wurden Ohrfeigen ausgeteilt.“ Darum stehe der Ortschaftsrat jetzt voll hinter den Planungen für den Bau eines eigenständigen Schulhofs. Hintergrund ist eine veränderte Ausgangslage. Mit Einführung der Verlässlichen Grundschule und Betreuungszeiten von 7.30 bis 15.10 Uhr besteht während des langen Tags an der Schule wesentlich mehr Bewegungsbedarf für die Kinder, die dort auch einen Teil ihrer Freizeit verbringen. „Bis jetzt haben wir leider nur den sehr kleinen Schulgarten“, bedauert die Schulleiterin. Keine guten Bedingungen, um die von Bildungsplänen geforderten Beobachtungen, Zeichnungen und Forschungsaufträge seitens der Schule anzubieten. Es gibt ein gravierendes Problem mit der Aufsichtspflicht, auch weil der Straßenverkehr nur eine Linie vom Schulgelände entfernt ist. Man sollte zwar annehmen, dass an der Auricher Schule, die nicht gerade an der Hauptstraße liegt, kaum Fahrzeugverkehr herrscht. Doch das nächste Gebäude ist der Kindergarten – mit entsprechendem Hol- und Bringverkehr.
Die jetzt vorgelegten Planungen sehen vor, die Pestalozzistraße nicht unmittelbar nach der Schule den Hang hinaufzuführen, sondern die Verschwenkung erst einige Meter später vorzunehmen. Die Fläche zwischen Schule und neuer Straße ist dann als Pausenhof zu nutzen und muss durch eine Einfriedung von der Straße abgetrennt werden. Das würde die Sicherheit der Schüler deutlich erhöhen und zugleich bräuchten sich Autofahrer nicht mehr zu ärgern, denen die Sperrzeiten nicht geläufig sind.
Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich laut Ernst Loos, Leiter des Stadtplanungsamts, auf rund 60000 Euro. Die Hälfte davon entfällt auf den Bau der neuen Straße. Der neu anzulegende Schulhof soll zunächst nur Mindeststandards genügen. Ein verbesserter Ausbau könne in den folgenden Jahren erfolgen – falls der Stadt Vaihingen als Schulträger dann entsprechende Finanzmittel zur Verfügung stehen. Insbesondere die Zahl der Parkplätze sorgte im Ortschaftsrat noch für Gesprächsbedarf. Bei Beerdigungen und anderen Veranstaltungen mit großem Andrang wird bisher auch schon mal auf dem Schulhof geparkt. Das wäre künftig nicht mehr möglich – erlaubt war es auch in der Vergangenheit nicht. Ein Vorschlag aus der Mitte des Ortschaftsrats, die Zahl der geplanten sechs Stellplätze zu erhöhen, fand keine Mehrheit. Jeweils drei Autos sollen links und rechts des neu zu bauenden Straßenabschnitts Platz finden.
