Donnerstag, 17. Mai 2012

Übungsrauch im Altenheim




Großer Bahnhof vor dem Kursana Domizil: Die Vaihinger Feuerwehr hat sich bei einer Übung mit der Einrichtung vertraut gemacht. Foto: Küppers
Großer Bahnhof vor dem Kursana Domizil: Die Vaihinger Feuerwehr hat sich bei einer Übung mit der Einrichtung vertraut gemacht. Foto: Küppers

Vaihingen (rkü). Wenn es in einem Krankenhaus oder Altenheim brennt, stellt dies für die Feuerwehr eine ganz besondere Herausforderung dar. Deshalb fand am Montagabend eine Großübung im Kursana Domizil in Vaihingen statt.

Zahlreiche Autofahrer und Fußgänger haben interessierte, teils auch bange Blicke auf die vielen Feuerwehrautos geworfen, die mit Blaulicht entlang der Stuttgarter und der Salzäckerstraße standen. 56 Feuerwehrleute und zwei Polizeibeamte beteiligten sich an der Übung, in deren Mittelpunkt das Kursana Domizil stand.

Einige Führungskräfte hatten die Übung vorbereitet und einen Brandmeldealarm ausgelöst. „Übungsannahme ist, dass sich bei Wartungsarbeiten in den Technikräumen im dritten Obergeschoss etwas entzündet hat“, verriet Kommandant Thomas Fais. Als der Einsatzleitwagen mit Abteilungskommandant Thomas Korz und René Bellini als Führungsassistent vorfuhr, musste sich das Duo an der Brandmeldezentrale erst einmal über die Lage informieren. Dann wurden die vielfältigen Aufgaben an die Kräfte aus der Kernstadt und Enzweihingen verteilt.

Die Bewohner des Kursana Domizils waren nicht in die Übung involviert. „Uns war wichtig, vor allem aufgrund der Uhrzeit, sie ganz raus zu halten“, unterstrich Kursana-Direktorin Silvia Wöhrle. „Aber ich bin ein starker Befürworter solcher Aktionen mit der Feuerwehr. Dadurch verbessern wir die Sicherheit.“ Die Feuerwehr nutzte als Angriffsweg einen Seiteneingang. Dennoch verfolgten viele der 82 Bewohner gespannt die Tätigkeit der ungewohnten Gäste.

Mitten vor dem Gebäude wurde die Drehleiter in Stellung gebracht. Fais: „Von der Straße aus langt’s nicht.“ Also ist die Feuerwehr darauf angewiesen, dass die Aufstellfläche direkt vor dem Haupteingang freigehalten wird. „Wenn auf den Parkplätzen jeder so parkt, wie es eingezeichnet ist, dann gibt es keine Probleme“, sagte der Feuerwehrkommandant. Bei der Übung lief alles glatt. Mehrere Jugendfeuerwehrleute, die sich als Verletztendarsteller zur Verfügung gestellt hatten, wurden über die Drehleiter ins Freie gebracht.

Abteilungskommandant Korz, der den Übungseinsatz leitete, hatte mehrere Trupps unter Atemschutz ins dritte Obergeschoss beordert. Diese suchten systematisch alle Räume ab, die für die Übung kräftig eingenebelt waren. Ein Verletztendarsteller nach dem anderen wurde gefunden und aus dem verrauchten Bereich gebracht. Im Freien bauten die übrigen Übungsteilnehmer eine umfangreiche Wasserversorgung auf und stellten mehrere Drucklüfter auf, um den Übungsrauch aus dem Gebäude zu blasen.

An der Spitze der Beobachter bescheinigte Kommandant Fais seinen Leuten eine gute Leistung. „Keine gravierenden Fehler“, lautete das kurze Fazit. Man hätte den Haupthahn für die Gasversorgung etwas früher abstellen und auch die Lüfter früher einsetzen können, doch unterm Strich sei alles gut gelaufen. Die Einsatzkräfte haben die richtigen Hydranten angezapft und so die große Straßenkreuzung nicht blockiert. Die Verletztendarsteller wurden gerettet. Und falls es im Kursana Domizil wirklich einmal brennen sollte, kennen die Feuerwehrleute jetzt die Örtlichkeit.




Seitenanfang