Vaihingen (ub). „Jetzt steigen wir so richtig ein“, machte der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch nach der Abstimmung im Stadtteilausschuss noch einmal Mut. Die politischen Weichen für ein sogenanntes Public Viewing auf dem Vaihinger Marktplatz sind gestellt.
Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 in Südafrika werden ausgewählte Spiele auf einer rund acht Quadratmeter großen Videowand gezeigt. Bei einer Gegenstimme hat am Montagabend der Stadtteilausschuss dem Projekt zugestimmt.
Veranstaltet wird das gemeinsame Anschauen der Fußballspiele von Michael Eisinger (Firma media world), der auch das Open-Air-Kino hinter der Stadthalle betreibt. Doch das Public Viewing ist kein billiges Vergnügen – so rechnet Eisinger mit Kosten von rund 25000 Euro. Allein die 3,5 auf 2,5 Meter große LCD-Leinwand, auf der auch während des Tageslichts die Spiele zu sehen sind, kostet zwischen 10000 und 15000 Euro Miete. Eisinger: „Nur mit Catering allein ist da nichts zu machen. Da brauchen wir Sponsoren.“ Verschiedene Firmen in der Innenstadt haben ihre Unterstützung bereits signalisiert. „Aber wir brauchen noch weitere Geschäftsleute, die das Projekt unterstützen“, wirbt Eisinger für das Public Viewing.
„Auf dem Marktplatz
haben wir die richtige
Stadionatmosphäre“
Wirtschaftsförderer Heiko Deichmann
Von der Stadtverwaltung, die nach dem Beschluss des Stadtteilausschusses den Marktplatz zur Verfügung stellt, wird das Projekt wohlwollend beurteilt. „Das ist eine sehr interessante Angelegenheit“, sagte am Montagabend der Wirtschaftsförderer Heiko Deichmann. „Auf dem Marktplatz haben wir die richtige Stadionatmosphäre.“ Das wirke sich befruchtend auf die Innenstadt aus. Unterstützung auch von Oberbürgermeister Maisch: „Das ist eine gute Stadtmarketing-Maßnahme.“
Kritik an dem Fußball-Event gab es im Stadtteilausschuss von Martin Braun. Durch die Intensität sei die Belastung für die Bewohner der Innenstadt zu groß.
Eisinger und sein Team möchten in der Vorrunde zwei oder drei Tage am Stück die Fußballspiele öffentlich zeigen, dann einen Tag Pause einlegen. Nach der Vorrunde ist die Dichte der Paarungen sowieso entzerrt. Gezeigt werden sollen alle Spiele mit deutscher Beteiligung sowie die Paarungen, bei denen beispielsweise die italienische und griechische Mannschaften mitmischen. Nach der Übertragung soll Schluss sein. Eisinger: „Unsere strikte Grenze ist 23 Uhr – wenigstens unter der Woche.“ Rund 40 Spiele sollen in der Vorrunde von der festinstallierten Videowand vor dem Vaihinger Rathaus flimmern. Und das – wie auch in Mühlacker – bei freiem Eintritt.
Eisinger, der am Montagabend vor dem Stadtteilausschuss sein Konzept vorstellte: „Mir geht es in erster Linie um das Event in unserer Stadt. Wenn dann noch 2,50 Euro übrig bleiben, sind alle zufrieden.“ Bis jetzt hat Eisinger von Sponsoren Zusagen über 3000 bis 4000 Euro. „Viele haben gesagt, sie wollen erst das grüne Licht aus dem Rathaus abwarten, bevor sie einsteigen.“
Im Vorfeld hat es bereits umfangreiche Gespräche innerhalb der Verwaltung unter Beteiligung der Polizei rund um alle relevanten Sicherheitsfragen gegeben. Ergebnis ist, dass man den Empfehlungen des Innenministeriums folgen möchte – aber nicht in allen Punkten. So wird es ein generelles Glas- und Flaschenverbot auf dem Marktplatz geben. Verboten sind auch Feuerwerkskörper und bengalische Lichter. Der Getränkeausschank wird mit Spielende eingestellt und die Veranstaltung damit auch um diese Uhrzeit beendet. Es soll jedoch keine generelle Absperrung des Marktplatzes mit Zugangskontrollen geben – nur wenn die Sicherheitsbehörden dies bei brisanten Spielen empfehlen. Ein Security-Dienst wird engagiert.
