Ludwigsburg (sus) – Im Kreis Ludwigsburg ist die Eheschließung in rund 78,5 Prozent der Fälle eine deutsch-deutsche Angelegenheit. Weitere rund 16,7 Prozent sind deutsch-ausländische Verbindungen und in 4,8 Prozent der Fälle sind beide Partner Ausländer, geht aus den Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor.
Offene Grenzen, Arbeits- und Studienaufenthalte im Ausland, Urlaubsreisen. Das Leben wird mobiler und multikultureller. Ausgehend von den Heiratszahlen des Jahres 2008 (aktuellere gibt's hierzu noch nicht), haben die Statistiker einen genaueren Blick auf die Nationalität der Ehewilligen geworfen. In ganz Baden-Württemberg schlossen im Jahr 2008 insgesamt 48612 Paare den Bund fürs Leben. Bei jeder knapp siebten Eheschließung stammte dabei einer der Partner aus dem Ausland.
Hier im Kreis Ludwigsburg heirateten im Jahr 2008 insgesamt 385 deutsch-ausländische Paare. Dabei war in 184 Fällen die Frau deutsch und der Mann Ausländer; in 201 Fällen war der Mann deutsch und die Frau Ausländerin. Was für die insgesamt 1811 deutsch-deutschen Hochzeitspaare im Kreis Ludwigsburg einen relativ problemlosen Gang zum Standesamt bedeutete, brachte für die binationalen Paare dagegen einigen Mehraufwand mit sich: Abgesehen von den gesellschaftlichen Vorurteilen hält die Bürokratie besondere Hürden parat, vor allem wenn der Ehepartner aus dem außereuropäischen Ausland stammt.
Das Hin und Her zwischen Standesämtern, Ausländerbehörden und Botschaften kostet Nerven. Denn viele ausländische Dokumente müssen nicht nur übersetzt, sondern von den Behörden des ausstellenden Staates beglaubigt und von den deutschen Auslandsvertretungen legalisiert werden. So können schnell etliche Monate vergehen.
Landesweit war im Jahr 2008 unter den insgesamt 7237 deutsch-ausländischen Hochzeiten die Verbindung zwischen deutschen Frauen und türkischen Männern am häufigsten: Es betraf 732 Eheschließungen. An zweiter Stelle steht die Verbindung deutscher Mann und polnische Frau (400 Eheschließungen). Ebenfalls häufig war auch die Verbindung zwischen türkischen Frauen und deutschen Männern (310).
„Dagegen haben Deutsche in Baden-Württemberg verhältnismäßig selten einen Partner aus den Nachbarstaaten Schweiz und Frankreich geheiratet“, ist den Statistikern aufgefallen: So haben deutsche Frauen mit 100 Franzosen beziehungsweise 75 Schweizern den Bund fürs Leben geschlossen; deutsche Männer haben 93-mal eine Französin und 72-mal eine Schweizerin als Lebenspartnerin gewählt.
111-mal oder in 4,8 Prozent aller Eheschließungen im Kreis Ludwigsburg waren beide Partner ausländischer Nationalität. Landesweit war das bei drei Prozent aller 48612 Eheschließungen der Fall. Am häufigsten fanden dabei Hochzeiten von Italienerinnen und Italienern statt (323 Eheschließungen), gefolgt von Eheschließungen zwischen türkischen Staatsangehörigen (237).
