Roßwag (sr) – Ein Doktorand der Universität Freiburg baut zurzeit auf die Mitarbeit der jungen Roßwager. Beim Projekt „Wahrnehmung und Bedeutung der heimatlichen Kulturlandschaft“ ist ihre Gefühlswelt und Meinung von wissenschaftlichem Interesse.
Diplom-Forstwirt Claude Petit ist voller Hoffnung. An 243 junge Menschen in Roßwag und dem Weinort Pfaffenweiler bei Freiburg hat er einen Fragebogen geschickt. Und am liebsten hätte er alle ausgefüllt wieder zurück. Denn die Meinung der Jungen ist gefragt, nicht nur für seine Doktorarbeit, sondern auch für die internationale Wissenschaft.
Unter dem Namen „Wahrnehmung und Bedeutung der heimatlichen Kulturlandschaft“ läuft zurzeit ein Projekt des Instituts für Landespflege an der Universität Freiburg. Es beleuchtet die „Meinungen und Einstellungen von Jugendlichen gegenüber der Landschaft, in der sie leben“, erklärt Doktorand Claude Petit.
Roßwag und Pfaffenweiler seien idyllische Weinbauorte, die sich vor allem im Erscheinungsbild ihrer Weinberge unterscheiden. Während das Ortsbild Roßwags durch die terrassierten Steillagen der Roßwager Halde geprägt ist, sei in Pfaffenweiler fast alles flurbereinigt.
In den 243 Fragebögen, die an die 14- bis 19-Jährigen aus den beiden Orten geschickt wurden, gilt es rund 20 Fragen zu beantworten. Für die Wissenschaftler ist beispielsweise von Interesse, was für die jungen Leute an der Landschaft wichtig ist. Auch, wie die heimatliche Umgebung den jungen Einwohnern gefällt, ob sie sich für Natur und deren Schutz interessieren und ob sie schon bei der Traubenlese geholfen haben. „Wir haben uns für die Befragung von Jugendlichen entschieden, da es, wenn es um die Zukunft unserer Natur und Landschaft geht, in unseren Augen besonders wichtig ist, die Meinung der jungen Menschen zu kennen“, sagt Petit. „Denn ihr seid die nächste Generation, die in unseren Landschaften lebt“, animiert der 28-Jährige zum Mitmachen.
In einem ersten Schritt hatte der Forstwirt in den Jahren 2008 und 2009 in beiden Orten Interviews mit Jugendlichen geführt, um zu erfahren, was junge Menschen über die genannten Themen denken. Auf der Grundlage dieser Interviews wurden die Fragebögen entwickelt. Die Antworten werden anonym ausgewertet und um den Rücklauf etwas anzukurbeln, lockt ein Gewinnspiel.
Je mehr Fragebögen in die Auswertung einfließen, desto besser ist die wissenschaftliche Repräsentativität der Untersuchung. So sollen die Ergebnisse aus Roßwag und Pfaffenweiler auch in internationale Wissenschaftsmagazine Einzug halten. Und ein Kollege von Petit, seines Zeichens Umweltpädagoge, erhofft sich Anregungen dafür, wie Jugendliche für den Erhalt der Landschaft begeistert werden können. Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig. 15 bis 30 Minuten ihrer Zeit müsste die Zielgruppe fürs Ausfüllen der Bögen investieren.
