Hochdorf (wes). Wieder öffnete sich das Tor der denkmalgeschützten Schlossscheune in Hochdorf für alle Freunde zeitgenössischer Kunst, wie sie von den fünf Betreiberinnen der Galerie im Kunsthof seit vielen Jahren in vorbildlicher Eigeninitiative geschaffen und im oberen Stockwerk auf 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche gezeigt wird.
Am vergangenen Samstag wurde die Saison 2010 eröffnet, die am 31. Oktober enden wird. Die Vernissage war wieder außerordentlich gut besucht. Die fünf Künstlerinnen Veronika Lausecker-Hoffmann, Renate Leidner, Angelika Lill-Pirrung, Gerlinde Nendel und Jutta Zedler haben während der zurückliegenden Wochen und Monate intensiv an neuen Werken, seien es Gemälde in den unterschiedlichsten Techniken, bildhauerische Arbeiten oder fantasiereich gestaltete Objekte, gearbeitet, die sie nun in ihrer Gemeinschaftsausstellung der Öffentlichkeit präsentieren.
Dabei zeigte sich erneut, dass es dem Künstlerinnen-Quintett an guten Ideen für neue Kunstwerke nicht mangelte. Sie bewiesen damit beeindruckend eigenständiges künstlerisches Schaffen, das sich nicht nur an gerade aktuell gängigen Vorlieben in der Kunstszene orientiert, sondern dass in erster Linie individuelle Gestaltungskraft dokumentiert.
Veronika Lausecker-Hoffmann ist um originelle Ausdrucksformen in ihren Objekten und Bildern niemals verlegen. Die menschliche Gestalt steht ebenso im Mittelpunkt der farbig intensiv leuchtenden, in den Flächen klar gegliederten Gemälde wie der originell geschaffenen Objekte. Der Mensch bildet auch das Zentrum des Schaffens von Renate Leidner. Die dargestellten, mehr oder weniger reduzierten Figuren bewegen sich sportiv oder tänzerisch oder musizieren. Dabei wendet die Malerin kraftvoll strahlende Farben an. Sehr schmale Plastiken aus grauem Beton zeigt Renate Leidner auch in diesem Jahr in der Ausstellung. Ebenso deutlich reduzierte Figuren oder Gegenstände erscheinen in den Exponaten von Angelika Lill-Pirrung. Anderen Bildern gab sie ausschließlich mit Farben gestaltete Strukturen. Überaus originell und humorig wirken Objekte von Angelika Lill-Pirrung, welche die Künstlerin aus verschiedenartigsten, entsorgten Materialien schuf.
Zarte, in duftig wolkiger Weichheit und Leichtigkeit der Farben und Formen ausgeführte Aquarelle zeigt Gerlinde Nendel in der Galerie im Kunsthof. Motive aus Natur und Landschaft setzte sie in umsichtig reduzierter Gestaltung auch in ebenso feinstimmigen Ölbildern um. Eindrucksvoll sind ästhetische Aktstudien, die sie mit dem Graphitstift auf Papier zeichnete. Landschafteen, die sie auf Reisen, beispielsweise durch Irland, erlebte, hielt Jutta Zedler in ihren neuen Werken fest.
Darin fällt insbesondere die Weiträumigkeit und die poesievolle Stimmung des dargestellten Landes auf. Auch sie reduzierte oder abstrahierte ihre Impressionen. Abstrakte Malerei, die offensichtlich emotional ausgeführt wurde, weist ein harmonisches, aber überaus bewegtes Farbenspiel auf.
Die Besucher weist die Künstlerin auch auf eine bedrohte Vogelart, den schillernd bunt gefiederten Waldrapp aus der Familie der Ibisvögel mit einer sehr sorgsam ausgeführten Darstellung hin.
In diesem Jahr veranstaltet der Kulturverein Eberdingen am 24. April erstmals eine lange Kulturnacht. An dieser Aktion beteiligt sich die Galerie im Kunsthof ebenfalls und verspricht den Besuchern eine spannende Nacht und mitreißende Rhythmen. Über einen eigenen Internet-Auftritt verfügt die Galerie gleichfalls unter www.galerie-im-kunsthof.de
Öffnungszeiten: samstags, sonntags und an allen Feiertagen jeweils von 14 bis 18 Uhr.
