Vaihingen (aa). „Was essen wir denn?“ Oberbürgermeister Gerd Maisch wollte dann schon genau wissen, was er auf den Teller bekam. Bei der Einweihung der Mensa in der Ferdinand-Steinbeis-Realschule gab’s gestern einen Putenspieß in Currysoße mit Reis und Salat.
„Der heutige Tag ist ein Grund zur Freude. Wir müssen herzlich danke sagen.“ Rektor Olaf Büscher lobte die Gäste der Stadtverwaltung ordentlich her. Der Gemeinderat habe vor zwei Jahren durch seine einmütige Zustimmung ermöglicht, dass man zur Ganztagesschule werden konnte. Das hatte Folgen. Aus der seit rund zehn Jahren betriebenen Cafeteria musste eine Mensa werden. „Wir waren schon überrascht vom Umfang der Umbaumaßnahmen“, resümierte Büscher, „und von den Auflagen des Veterinäramtes.“ Man habe schon mit einem Rückzieher der Stadt gerechnet, „doch es blieb dabei“.
Zwischen Oktober und Januar wurden die Umbaumaßnahmen durchgeführt. Man brauchte die Möglichkeit zur Wärmeaufbereitung der angelieferten Gerichte, musste die vorhandene Küche erweitern und eine Edelstahltheke einbauen; die Stadt investierte rund 70000 Euro, für die es keine Zuschüsse gab. Seit Mitte März gibt es das Essenangebot aus der Landmetzgerei Bernd Langhans. Der Oberriexinger Metzgermeister beliefert mehrere Schulen im Raum Vaihingen. „Es gab bisher nur Lob für das Essen“, lobte Rektor Büscher, „am Salat muss Herr Langhans noch üben; aber er ist ja auch Metzger.“ Dazu muss gesagt werden: Die Realschüler bekamen bisher unter der Regie von Sekretärin Elfriede Lanik schon Mittagessen angeboten, zum Beispiel Pizza. Und dazu gab es ein Salatbüfett. Die Kinder waren da wohl ein wenig verwöhnt vom Angebot.
Vaihingens OB Maisch hat inzwischen schon eine gewisse Erfahrung in der Einweihung von Schul-Mensen. An der FSR war es die vierte nach Kleinglattbach, Enzweihingen und dem Stromberg-Gymnasium. Der Schulträger stelle sich den Veränderungen. Die offene Form einer Ganztagesschule sei schon etwas Besonderes, meinte Maisch. Sie könne zum Zukunftsmodell werden. Offene Form? An offenen Ganztagesschulen ist – so die Vorgabe – „ein Aufenthalt verbunden mit einem Bildungs- und Betreuungsangebot in der Schule an mindestens drei Wochentagen von täglich mindestens sieben Zeitstunden“ für die Schülerinnen und Schüler möglich. Die Teilnahme an den ganztägigen Angeboten ist für jeweils mindestens ein Schulhalbjahr verbindlich zu erklären. Bei offenen Ganztagsschulen findet der Unterricht am Vormittag statt, am Nachmittag werden Arbeitsgemeinschaften, zum Teil offene Freizeitangebote und Hausaufgabenbetreuung angeboten. An diesen Angeboten nehmen nur diejenigen Schüler teil, die dafür angemeldet werden. An der FSR werden nach den Ferien zwei Klassen in dieser Form geführt. Nach Aussage von Rektor Büscher steht die Sechser-Klasse, für die Fünfer soll noch eine Informationsveranstaltung angeboten werden. Im Kreis Ludwigsburg sind laut Schulamtsdirektor Walter Layher bisher nur Vaihingen sowie Schwieberdingen und Korntal-Münchingen in dieser Form genehmigt.
Die FSR wird derzeit von rund 600 Schülern besucht, zwei Drittel kommen nicht aus der Kernstadt, sondern zum Beispiel auch aus Eberdingen – Bürgermeister Peter Schäfer durfte gestern auch mitessen.
