Köszeg (jf) - Heißer Empfang an einem kühlen Abend: Bauernschnaps und Gulaschsuppe in der Jurisics-Burg waren die gelungene Einstimmung auf denkwürdige Tage. Zum Jubiläum 20 Jahre Städtepartnerschaft Köszeg/Vaihingen waren über 100 Schwaben nach Ungarn gereist, die eine Fülle von Festveranstaltungen im Zeichen der Freundschaft erlebten. Meist gestellte Frage zwischen Donnerstagabend und Sonntag: „Wo ist Heinz?“
Mit Heinz ist der frühere Vaihinger Oberbürgermeister Heinz Kälberer gemeint. Der Initiator der Partnerschaft und Köszeger Ehrenbürger wurde von den Ungarn stark vermisst, zumal die Gastgeber alle Bürgermeister und Beigeordnete der Zeit nach 1985 aufboten. Also Ferenc Preininger, Miklos Szigety, Tamas Basthy, Ferenc Kuntner, Dr.Istvan Bariska und den amtierenden Schultes Laszlo Huber samt Vize Bela Basty. Zentrales Ereignis war der Jubiläumsabend am Samstag in der Dr. Laszlo-Nagy-Sonderschule mit weit über 200 Gästen.
Hans-Joachim Rösner warf mit dem Beamer eine spannende Diaschau mit Musik auf die Riesenleinwand. Bilder aus mehr als 20 Jahren zeugten von lebendigen Beziehungen, den spannenden Zeitläuften, dem historischen Umfeld und auch den heiteren Seiten, wo es richtig menschelt. Es gab Szenenapplaus, zumal erst wenige Stunden aufgenommene Bilder integriert waren. Die Gattin des früheren Bürgermeisters Preininger: „Es wurde kein Wort gesprochen, und doch war alles gesagt.“ Rösner wurde mit der höchsten Publikumslob bedankt, dem ungarischen Klatschmarsch.
Der Vaihinger OB Gerd Maisch dankte allen, die zum Entstehen und Gedeihen der Partnerschaft beigetragen haben: „Diese Verbindung lebt und wächst, sie ist erwachsen und kraftvoll, sie ist vielfältig und steht auf festem Fundament.“ Seinen Amtsvorgänger („Das ist ein sehr aktiver Ruheständler“) entschuldigte er mit anderweitigen Verpflichtungen und richtete Grüße aus. Was Maisch besonders freute: „Die Verbindungen reichen inzwischen bis weit ins Persönliche hinein und wir alle freuen uns auf immer neue Begegnungen in Frieden und Freiheit sowie Ideen zur Weiterentwicklung.“ Jubiläumsgeschenke waren eine Gedenktafel (gestaltet vom Vaihinger Steinmetz- und Bildhauermeister Lothar Morlock) sowie ein Verkehrsschild „797 km Vaihingen/Enz“.
Bürgermeister Laszlo Huber dankte den Partnerschaftsgründern, den Architekten der neueren Geschichte in Europa. Der Partnerschaft wolle man noch mehr Inhalte verleihen, vor allem Begegnungen von neuen Gruppen und mehr Familien fördern: „Unsere Freundschaft wird durch die Jugend weiterleben.“ Den Vaihingern dankte er für ideelle und materielle Unterstützung, erinnerte dabei an den neuen Prachtband zur Aufzeichnung der Weintriebe. Umgekehrt habe man ein Zeichen gesetzt mit dem Löwenbrunnen am Hauptplatz. Mit einem Augenzwinkern sicherte Huber zu, selbst in Notzeiten den am Nachmittag gepflanzten Baum am Naturschutzzentrum nie zu fällen.
Die Köszeger warteten mit dem Geschenk einer großen Jubiläums-Fahne für OB Maisch auf; jeder Vaihinger bekam ein Exemplar im Mini-Format mit. Die Vaihinger Eheleute Margret und Ulli Simecek erhielten als „zuverlässigste und engagierteste Familie“ eine Urkunde für die Förderungen der europäischen Beziehungen, desgleichen Bürgermeister Wilfried Nestle. Er ist der einzige aller Kommunalvertreter, der von 1985 bis heute ununterbrochen im Amt ist. Huber: „Er und seine Frau Gertrude sind in Köszeg bekannte Persönlichkeiten und echte Freunde unserer Stadt.“ Ähnliche Auszeichnungen gab es für Ferenc Preininger und Miklos Szigeti als Stadtverantwortliche in Zeiten der Partnerschaftsanfänge, parallel zu den epochalen politischen Veränderungen.
Ordentlich Paprika in die Szenerie brachte der Auftritt der jungen Damen vom Vaihinger Ballettstudio Lia Nagy. Besonders gelungen das Finale der deutsch-ungarischen Coproduktion, als Tänzerinnen und Tänzer Gäste zum Tanz baten und mit einem Walzer den Ball eröffneten.
Über weitere Stationen des Partnerschaftsjubiläums in Köszeg wird noch berichtet.
