Aurich (ub) Im Rahmenplan 2007 war es ein wichtiger Punkt: die Umgestaltung des Kreuzbachs in Aurich. Jetzt gibt es die ersten Planungen und am Dienstagabend diskutiert der Ortschaftsrat über dieses Projekt. Im Vorfeld werden aber bereits kritische Stimmen, die vor der Hochwassergefahr warnen, laut.
Ziel ist es, den versteckt liegenden und wenig beachteten Kreuzbach innerhalb der Ortslage von Aurich umzugestalten und erlebbar zu machen. So soll an einigen Stellen der kanalartige Bachabschnitt erweitert und besser zugänglich gemacht werden. „Man nimmt den Bach im Ort kaum wahr“, erkennt beispielsweise der mit den Planungen beauftragte Garten- und Landschaftsarchitekt Michael Essig aus Ensingen. „Wir wollen den Bach zu etwas Besonderem für Aurich machen, zu etwas Typischem.“
Im Bereich des Bolz- und Spielplatzes ist beispielsweise an die Schaffung einer etwas größeren Schleife mit einer Flachstelle gedacht, die den direkten Zugang zum Wasser ermöglicht. Durch die verschiedenen Maßnahmen soll sich an der Aufnahmefähigkeit des Bachbetts nichts verändern, „so dass hinsichtlich der Hochwasser- beziehungsweise Überschwemmungsgefahr keine Nachteile entstehen“, so Stadtplaner Ernst Loos in der Sitzungsvorlage.
Die Umgestaltung und Aufwertung des Kreuzbachs ist in vier Abschnitte unterteilt. Für das Projekt werden Kosten von rund 270000 Euro erwartet. Würde der Bachabschnitt nach dem Bolzplatz in Richtung Enzweihingen mit weiteren Mäandern versehen, kämen weitere 187000 Euro hinzu. Die Vorentwurfsplanung des Landschaftsarchitekten Essig wird am Dienstag im Ortschaftsrat vorgestellt, am 13. Mai im Vaihinger Gemeinderat. Auch sollen die Bürger bei einer Informationsveranstaltung mit dem Projekt vertraut gemacht werden.
Kreuzbach oberhalb der Richthofenstraße: Ausbau des gemäß Bebauungsplans „Hinter der Mühle“ vorgesehenen Fußweges entlang des Baches von der Richthofenstraße bis zur Sonnenbergstraße in einer Breite von drei Metern. Im mittleren Abschnitt wird der Weg etwas tiefer gelegt, um den Bach erreichbar zu machen. Zu den südlich angrenzenden Privatgrundstücken wird der Weg mittels Bruchsteinmauer abgestützt. Das Bachbett ist in diesem Abschnitt noch relativ naturnah und es sind keine weitergehenden Maßnahmen vorgesehen.
Kreuzbach zwischen Richthofenstraße und Hirsauer Straße: An beiden Enden dieses Abschnittes soll eine Öffnung und Abstufung der Böschung beziehungsweise Mauer eine großzügigere Zugänglichkeit des Baches herstellen, die auch zum Verweilen einlädt. Dabei soll der Zugang an der Richthofenstraße etwas kleiner und „natürlicher“ ausfallen, die Öffnung der Mauer an der Hirsauer Straßenbrücke dagegen etwas größer und eher formaler gestaltet werden. Bei der größer dimensionierten Alternative müsste der Baum am Brunnen entfernt werden. Im Randbereich des Bachbettes in diesem Abschnitt sollen abschnittsweise Anpflanzungen vorgenommen werden. Die vorhandenen Hecken zur Einfriedung des Baches werden entfernt und, wo nötig, durch ein ansprechendes Geländer ersetzt. Am Bach selbst werden in diesem Abschnitt grundsätzlich keine Veränderungen vorgenommen.
Kreuzbach zwischen Hirsauer Straße und Fußsteg an der Schule: Dieser Abschnitt bietet aufgrund der beengten Lage zwischen Pestalozzistraße und Buchental wenig Spielraum für bauliche Veränderungen. Abwechselnd sollen an der Nord- und Südseite die obere Kante der Mauer um gut einen Meter zurückversetzt werden. Optisch wird dadurch die Kanalwirkung vermindert, die Einsehbarkeit verbessert und es entsteht etwas Platz für Anpflanzungen. Auch in diesem Abschnitt sollen Randabschnitte im Bachbett bepflanzt und die Hecke durch ein ansprechendes Geländer ersetzt werden. Von der Mauerkrone sollen Blütenpflanzen zum Bach hin herunterhängen. Das Bachbett bleibt in diesem Abschnitt ebenfalls unberührt.
Kreuzbach vom Fußsteg abwärts: In diesem 300 Meter langen Abschnitt wurde der Kreuzbach kanalisiert und teilweise mit einer steilen Böschung versehen. Es gäbe Spielraum für Renaturierungsmaßnahmen, die über Anpflanzungen hinausgehen und dem Bach durch Teilverlegung das natürliche Mäandrieren erlauben würden. Die Grünanlage mit dem Spiel- und Bolzplatz bietet dazu eine erste Gelegenheit, wobei hier gleichzeitig die Möglichkeit genutzt werden soll, das Wasser für die Kinder erlebbar zu machen. Insbesondere in diesem Sinne wird das Gelände im Bereich der Grünanlage an einer Stelle zum Bach hin abgeflacht. Vom Bolzplatz weiter abwärts könnte der übrige begradigte Abschnitt des Baches mit einigen weiteren Mäandern versehen werden. Die Maßnahme wurde vorab unter ökologischen Gesichtspunkten überprüft. Dabei hat sich herausgestellt, dass der Kreuzbach in diesem Abschnitt zwar begradigt, zumindest aber ab dem mit einer Scheune bebauten Grundstück weitestgehend in Ordnung ist: Durch die vorhandene Bepflanzung haben sich Verengungen beziehungsweise Aufweitungen gebildet, es gibt flache und tiefere Abschnitte, die Fließgeschwindigkeit variiert und die Bachsohle ist intakt. Dies bedeutet, dass bei einer Ausweitung der Mäandrierung viel intakte Natur zerstört würde, so dass der immense Kostenaufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stünde.
