Vaihingen (ub) – Es geht aufs Fahrrad, ins Kanu und ins Segelflugzeug: Zu Lande, zu Wasser und in der Luft feiert der Ortsverein Bündnis 90/Die Grünen Vaihingen und Umgebung das 25-jährige Bestehen. Bei der Gemeinderatswahl 1984 schafften vier Leute auf Anhieb den Sprung in den Gemeinderat. „Das war schon der Hammer“, sagt Susanne Schwarz-Zeeb rückblickend.
Gudrun Breitinger, Susanne Häuser-Essig, Jürgen Schiffer und Susanne Schwarz-Zeeb waren das grüne Quartett im Vaihinger Rathaus. „Im Anfang gab es vielleicht Berührungsängste, es wurde versucht, uns überflüssig zu machen, aber jetzt sind wir schon lange etabliert“, sagt Susanne Schwarz-Zeeb, seit 25 Jahren ununterbrochen im Gemeinderat und derzeitige Fraktionsvorsitzende.
25 Jahre Ortsverein wird jetzt gebührend gefeiert. Bereits am Sonntag (19. April) findet um 11 Uhr (Treffpunkt Bahnhof Vaihingen) eine kommunalpolitische Radtour statt. Angesteuert werden das Gewerbegebiet „Perfekter Standort“, die WEG-Bahn, Ortsumfahrung Kleinglattbach, Oberer Rötenhart, Umfahrung B 10 und erhaltenswerte Streuobstwiesen. Am Freitag (1. Mai) gibt es eine kommunalpolitische Kanufahrt zu den Köpfwiesen, Enzauen und zur B 10-Umfahrung. Treffpunkt ist um 10 Uhr am alten Badplatz (Anmeldung erforderlich unter 07042/13253). Am Himmelfahrtstag (21. Mai) heißt es ab 11 Uhr auf dem Segelfluggelände „kommunalpolitischer Flug“. Aus der Luft können die Teilnehmer (Anmeldung erwünscht) den Flächenverbrauch und die Gewerbegebiete unter die Lupe nehmen. Vom 30. Mai bis 2. Juni findet in der Turmstraße 11 eine Ausstellung zu 25 Jahre Grüne in Vaihingen statt.
Bereits 1979 hat sich in Vaihingen ein grün-alternativer Kreis versammelt. Zwei Anhänger waren damals schon bereit, für den Gemeinderat zu kandidieren – allerdings auf der FDP-Liste. Dies wurde abgeschmettert. Einer der Aktivisten: Harald Gaßner, heute Vorsitzender des Ortsvereins.
Ein Blick in die Chronologie der Vaihinger Grünen: 1985 Friedensdemos in Vaihingen, Heilbronn und Sachsenheim, 1986 Aktionen wegen Tschernobyl und Informationen über Kleinglattbach-Süd und Ensingen-Süd, 1987 Wanderung in der Schelmenhalde gegen den Landverbrauch, 1988 Anträge für Tempo-30-Zonen, Energiegutachten, Aufhebung des Badeverbots in der Enz, 1989 Bestandsaufnahme der Spielplätze und Fortschreibung des Kindergartenbedarfs, 1993 Aktion fußgängerfreundliches Vaihingen, 2001 Erhalt des Interregiohalts, 2004 Diskussion über Kosteneinsparung durch Zusammenlegung der Feuerwehren, 2005 Aufwertung des Jugendgemeinderats und 2009: „Endlich wird unsere Initiative aus 2006 für die Gestaltung des Egelsees, Enzauen und Gemeindewiesen öffentlich beraten.“
„Wir sehen uns im Gemeinderat als ökologischen Motor. Und bei bestimmten Themen geht es in Vaihingen einfach langsamer“, sagt Schwarz-Zeeb. Man sehe sich als ökologisch-nachhaltige Partei. „Dabei vertreten wir die Meinungsfreiheit sehr offensiv“, ergänzt Gaßner. So wird aktuell auch der anstehende Bürgerentscheid über einen Fahrradweg auf der alten WEG-Trasse „grundsätzlich“ für gut geheißen. Es könne nichts Besseres passieren, als dass die Bürger über den Radweg abstimmen. Gaßner: „Wenn aus der Bevölkerung etwas kommt, muss man es unterstützen.“ Schwarz-Zeeb: „Es gibt Argumente für und gegen eine Fahrradbahn. Da sind wir in der Fraktion gespalten.“
Die unterschiedlichen Auffassungen sind für die Grünen kein Problem. Schwarz-Zeeb: „Wenn wir 18 Leute im Gemeinderat sitzen hätten, hätten wir auch 18 Meinungen. Und das ist gut so.“ Für die aktuelle Gemeinderatsliste haben sich viele junge Menschen von 21 Jahren und jünger aufstellen lassen. Das freut die „altgedienten“ Mandatsträger – Schwarz-Zeeb: „Vor zehn Jahren hatten wir keinen einzigen Jugendlichen auf der Liste.“
