Illingen (aa) – Eine groß angelegte Suchaktion nach einer 63 Jahre alten Frau aus Lienzingen hat gestern in Illingen für Aufsehen gesorgt. Bereits in der Nacht zum Dienstag waren Spezialhunde (Men-Trailer-Hunde) im Einsatz, die die Spur der Vermissten in Richtung Illingen aufgenommen haben. Die Suche verlief gestern ohne Ergebnis.
Einsatzleiter Roger Reiling von der Kriminalaußenstelle der Polizei in Mühlacker hat am Dienstag um 13 Uhr zur großen Besprechung geladen. Die Suche nach der seit Montag vermissten Frau hat bislang kein greifbares Ergebnis gebracht. Jetzt soll sie mit Flächensuchhunden und speziell ausgebildeten Wassersuchhunden weitergeführt werden.
Gesucht wird nach der 63-jährigen Margarete Kappler-Hötz. Ihr Mann, mit dem sie erst vor Kurzem wieder aus Gran Canaria zurückgekommen ist, wo das Ehepaar den Winter verbrachte, hat ein Fußballspiel des FV Lienzingen besucht. Als er heimkommt, vermisst er seine Frau zwar, denkt aber, dass sie einen Spaziergang unternommen hat. Doch Margarete Kappler-Hötz ist auch Stunden später noch nicht daheim. Gegen 21 Uhr alarmiert der Ehemann schließlich die Polizei. Seine Frau sei psychisch nicht stabil, teilt er unter anderem mit.
Bei der Polizei läuft die Suchmaschinerie an. Im Einsatz sind mehrere Streifenwagenbesatzungen sowie Beamte der Kriminalpolizei Mühlacker. Überprüft wird der Bereich zwischen Lienzingen, Illingen, Zaiserweiher und Schützingen. Men-Trailer-Hunde der DRK-Bereitschaft Sindelfingen nehmen die Witterung auf und ziehen alle in die gleiche Richtung – nach Illingen bis zu den Seen. Der Weg ist ein beliebter Spazierweg des Ehepaares. Während der Suche wird unter anderem auch die Schnellbahnstrecke zwischen 4.40 und 6.20 Uhr dreimal für jeweils 30 Minuten gesperrt. Bis 8.15 Uhr müssen alle Züge „auf Sicht“ fahren, Fernzüge werden über Pforzheim umgeleitet. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera fliegt über dem Gebiet. Die Männer in der Kanzel müssen ohne Erfolg abbrechen. Auch am Dienstagmorgen bringt ein weiterer Flug keine Erkenntnisse.
Das Lagezentrum ist auf dem Parkplatz des Waldfriedhofes Illingen eingerichtet. Das Gelände reicht kaum aus für die Einsatzfahrzeuge von Polizei, Rotem Kreuz und Polizei. Auch Beamte aus Vaihingen lassen sich einweisen. An alle geht die dringende Bitte, bei Streifenfahrten ganz bewusst nach der Frau Ausschau zu halten. Ein Großeinsatz der Bereitschaftspolizei ist nicht vorgesehen. Reiling: „Wo sollte ich mit der Suche beginnen?“ Aus Mühlacker und Niefern-Öschelbronn werden Boote angekarrt. Stefan Zwick von der Feuerwehr Illingen sorgt mit einer kleinen Truppe für die Einweisung der Kollegen von den Nachbarwehren und kümmert sich auch um Lotsen für die Hundestaffeln. Insgesamt acht Staffeln sind angerückt – aus Freiburg, Stuttgart, Calw, Reutlingen, Pforzheim, Nürtingen-Kirchheim sowie Hunde der Bundesrettungshundestaffel Nordschwarzwald/Mittlerer Neckar. Am Nachmittag suchen insgesamt 27 Hunde nach der vermissten Frau, seit Montagabend sind es 45.
Kurz vor 14 Uhr kreist wieder ein Hubschrauber über dem Wald und über den Seen. Die Hundeführer sind nicht unbedingt erfreut, denn die Rotoren blasen die menschlichen Geruchspartikel weg. Dennoch wird vom Schlauchboot aus gesucht.
Bis Redaktionsschluss lagen keine Erkenntnisse über den Verbleib der Vermissten vor. Margarete Kappler-Hötz ist 1,55 bis 1,60 Meter groß und gilt als leicht korpulent. Sie hat kurze braune Haare (Pagenschnitt). Eine Brille trägt sie in aller Regel an einer Kordel um den Hals hängend. Über ihre Bekleidung kann nur so viel gesagt werden, dass sie vermutlich eine schwarze Hose und eventuell eine grünliche Weste trägt. Die Frau hat weder Geld noch ein Handy bei sich. Eine Eigengefährdung oder eine hilflose Lage kann nicht ausgeschlossen werden. Hinweise auf den Verbleib von Margarete Kappler-Hötz an die Polizei in Mühlacker, Telefon (07041) 96930.

