Schülerbeförderung: Umfrageergebnisse vorgelegt
Vaihingen (elf) – Von November bis Februar hat der Gesamtelternbeirat (GEB) der Vaihinger Schulen 4000 Fragebögen an den Gymnasien und Realschulen verteilt. Zielgruppe waren die Kinder und Jugendlichen, die mit dem Bus zur Schule fahren. Rund 500 Antworten kamen zurück und waren nun auszuwerten. Das Ergebnis der Aktion überreichten Mitglieder des Gesamtelternbeirats gestern der Verwaltung.
Mit der aktuellen Umfrage reagierte der GEB auf eine Umfrage aus dem Jahr 2007/08. Ziel war es herauszufinden, was sich inzwischen verändert hat. Hauptsächlich die jüngeren Schüler haben geantwortet. Fazit von Christa Kares, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats: „Die Busversorgung ist eigentlich nicht schlecht.“ Zwar seien die Busse voll, gerade bei schlechtem Wetter. Doch vor allem der Abtransport der Schüler funktioniere nahezu reibungslos. Handlungsbedarf sieht sie vor allem in der schnelleren Abwicklung des Einsteigens der Kinder in die Busse und in der Sicherheit während der Beförderung.
Die Ergebnisse der Umfrage: Vor einem Jahr hieß es noch, unzureichende Buskapazitäten entstünden nur, wenn die Busse nicht gleichmäßig ausgenützt werden. Also wurden die Schüler nun gefragt, ob es für sie zumutbare alternative Fahrzeiten gibt. Diese Frage haben 63 Prozent der Schüler mit nein beantwortet. Gerade in den weiter entfernt liegenden Ortsteile stünden den Schülern nur ein einziger Schulbus zur Verfügung.
Thema Wartezeiten vor und nach Unterrichtsbeginn: Kinder, die morgens mit dem Bus 578 von Sersheim nach Vaihingen fahren, kommen bereits um 7.05 in der Grabenstraße an. Schulbeginn ist um 7.30 Uhr. „Das geschieht allerdings nicht mutwillig“, stellt Gesamelternbeiratsvorsitzende Christa Kares fest. Schließlich fahre der gleiche Bus umgehend wieder zurück und bringe weitere Schüler zur Realschule nach Kleinglattbach. Der Heimtransport der Schüler nach der 6. Stunde verlaufe relativ gut. Es bestehe allerdings nach wie vor eine Lücke in der Busversorgung nach der 7. Stunde der Ferdinand-Steinbeis-Realschule (14.15 Uhr) beziehungsweise nach der 8. Stunde des Friedrich-Abel-Gymnasiums (14.25 Uhr). Da künftig wegen des verstärkten Nachmittagsunterrichts die Beförderungszahlen am Nachmittag steigen würden, „sollte auf die Busunternehmen eingewirkt werden, in der Stunde von 14 bis 15 Uhr einen Halbstundentakt einzurichten“, regt der Gesamtelternbeirat an.
Ein wichtiges Thema bleibt die Fahrkartenkontrolle, die immer wieder zu Fahrplanverzögerungen führt. Eine Nachfrage des GEB beim Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) habe ergeben, dass sich die Busfahrer nur stichprobenartig Fahrscheine zeigen lassen sollen. Dadurch könne der Einstieg schneller erfolgen, was weniger Gedränge zur Folge hat. „Die Abfahrtszeiten müssen eingehalten werden“, fordert Christa Kares. Um das Einsteigen der Kinder beschleunigen zu können, setzen sich die Elternvertreter für Fahrkartenentwerter in den Bussen ein, um das handschriftliche Abzeichnen der Fahrkarte durch den Busfahrer zu ersetzen.
Immer wieder komme es vor, so der GEB, dass Kinder pünktlich zur Bushaltestelle gehen und der Bus schon weg ist. Busse kommen also nicht nur zu spät, sondern mitunter auch zu früh. Dies sei vor allem morgens bei der Linie 595 in Enzweihingen, morgens bei der Linie 592 in Eberdingen und mittags bei der Linie 579 von Enzweihingen nach Oberriexingen der Fall. Für besonders überfüllte Strecken fordert der GEB den Einsatz von größeren Gelenkbussen oder Bussen, die direkt fahren. Die Frage zur Sicherheit im Bus, ob sich das Kind festhalten kann, wenn es stehen muss, haben 41 Prozent der Schüler mit nein beantwortet. Schon vor einem Jahr lautete die Forderung an die Busunternehmer, mehr Haltemöglichkeiten – insbesondere für die kleineren Schüler – anzubringen.
Fazit von Oberbürgermeister Gerd Maisch: „Den Busverkehr zu organisieren, ist Aufgabe des Landkreises.“ Mehr Sitzplätze und somit mehr eingesetzte Busse müssten letztlich von den Schülern über die Fahrkarten bezahlt werden. Die Stadt werde aber bei den Busunternehmen auf die Einhaltung der Fahrpläne drängen. OB Maisch: „Dass Busse zu früh kommen, kann nicht sein.“ Hinter verschlossenen Türen unterhielten sich gestern Vertreter der Stadt und des Gesamtelternbeirats mit den Trägern des ÖPNV, um an einer Lösung der Probleme zu arbeiten.
