Donnerstag, 17. Mai 2012

Friedensmesse in der Stadtkirche




Der Liederkranz Enzweihingen führte die Friedensmesse auf. Foto: Bögel
Der Liederkranz Enzweihingen führte die Friedensmesse auf. Foto: Bögel

VAIHINGEN (wes) – Eine würdige und durchaus für den Chorgesang auch werbewirksame Veranstaltung war das Benefizkonzert des Liederkranzes Enzweihingen am Sonntagabend in der voll besetzten Stadtkirche.
Auf dem Programm standen vor allem geistliche Werke des schwäbischen Chormeisters und Förderers des gemeinschaftlichen Gesangs, Gotthilf Fischer. Im Mittelpunkt stand seine „Friedensmesse“. Die Gesamtleitung lag in den bewährten Händen von Werner Dippon.
Ein Teil des Reinerlöses des Konzerts, das eine Woche zuvor bereits in der Pauluskirche von Mühlacker geboten wurde, floss in Vaihingen dem Bundesverband Herzkranke Kinder BVHK, der in Aachen seinen Sitz hat, zu (die VKZ berichtete). Die Alison und Peter Klein-Stiftung in Nussdorf förderte die Veranstaltung, an der außer den Chören des Liederkranzes Enzweihingen auch ein Männer-Projektchor des Chorverbandes Enz sowie das Kammersinfonieorchester Fred Schuster mitwirkten.
 Der Projektchor, in welchem auch zahlreiche Sänger aus Vaihingen mitsangen, gestaltete unter der Leitung von Werner Dippon den Anfang des Programms. Drei Lieder von Gotthilf Fischer, unter anderem sein oft gehörtes Stück „Frieden“, erklangen in hymnischer Dichte und wurden von dem außerordentlich stark besetzten Chor machtvoll aber auch andächtig aufgeführt. Der Komponist nahm an dem Konzert am Sonntag selbst teil. Zwei weitere Lieder von Friedrich Silcher und H. Pfeil wurden mit verhaltener Stimmenfülle dargeboten.
 Die helle, fein disponierte Stimmenpracht des Frauenchors des Liederkranzes Enzweihingen breitete sich gleichfalls in der klaren Akustik der Stadtkirche aus. Ausdrucksvoll und innig waren der Chorsatz „Hebe deine Augen auf“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und eine Komposition von Werner Dippon mit dem Titel „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“ zu vernehmen.
Ein gemischter Chor, der als „RockPop 2001“ im Programm genannt war, stimmten unter Werner Dippons anfeuernder Leitung außer bekannten und weniger bekannten Gospel-Songs das vom Dirigenten zusammengestellte Spiritual-Medley „Singing for the Lord“ an. Das beeindruckend ambitionierte und mit ausgewogener Stimmenfülle ausgestattete Vokalensemble gestaltete die Songs ihrem Charakter entsprechend freudig und eindringlich. Einige Chorwerke aus dem ersten Teil begleitete das Kammersinfonieorchester Fred Schuster klangprächtig, andere begleiteten Jürgen Huttenlocher am Klavier, Harry Böpple an der Gitarre sowie Harald Gassner am Bass.
Die sechssätzige „Friedensmesse“ von Gotthilf Fischer stand im Mittelpunkt des Interesses der Konzertbesucher. Dem traditionellen lateinischen Text folgte der Komponist in seinem Werk, das vom großen gemischten Chor des Liederkranzes Enzweihingen, an dem einmal mehr die hohe Stimmenkultur auffiel, mit eindrucksvoller sängerischer Gestaltungsfreude ausgeführt wurde. An der Komposition fällt die vielschichtige und wandlungsreiche Melodik auf, die häufig auch schwärmerisch wirkt und sich bis hin zu opulenter Klangdichte steigert.
Dieser Eindruck wird zudem auch von der farbenreichen Instrumentierung des Begleitparts, der von einem recht umfangreichen Orchester auszuführen ist, unterstrichen. Hier entfaltete das Kammersinfonieorchester Fred Schuster seine hell strahlende Pracht in allen Registern. Die Aufführung durch den gemischten Chor aus Enzweihingen unter der Leitung von Werner Dippon berührte in ihrer emotionalen und zugleich auch seelenvollen Gestaltung. Gotthilf Fischer bedankte sich danach bei Werner Dippon und den Sängerinnen und Sängern mit bewegten Worten für diese Wiedergabe seiner Friedensmesse.
Zum Abschluss des rund zweieinhalbstündigen Benefizkonzerts traten die Chöre des Liederkranzes Enzweihingen mit dem Männerprojektchor des Chorverbandes Enz gemeinsam vor die Zuhörer in der Stadtkirche, um vier weitere geistliche Lieder von Gotthilf Fischer andachtsvoll und in beglückender Stimmenfülle zu Gehör zu bringen.




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