MARKGRÖNINGEN (ub) – Sie ist die erste Kunstausstellung in Markgröningen, die mitten in der Öffentlichkeit präsentiert wird. Zehn lebensgroße Skulpturen von Karl-Henning Seemann sind bis zum 30. September auf den Plätzen, in den Winkeln und Gassen der historischen Altstadt zu sehen.
„Das wird gewaltige Besucherströme anlocken“, ist sich F. Eugen Schaffland, der Vorsitzende des Kunstvereins Markgröningen sicher. Am Samstagnachmittag eröffnete er zusammen mit dem in Löchgau lebenden Künstler die bedeutende Schau. „Welch große Kunst“, so Schaffland. „Das ist eine attraktive Aufwertung der Innenstadt“, lobte auch Bürgermeister Rudolf Kürner. Die Stadt hat nach einem Gemeinderatsbeschluss die Freiluft-Ausstellung mit 5000 Euro unterstützt.
Über ein reges Kulturleben zu verfügen, spreche für die Lebendigkeit jeder Stadt. Kürner: „Das ist kein Luxus, keine nette Zugabe – Kultur ist längst als sogenannter weicher Standortfaktor erkannt. Kulturelle Angebote wirken anziehend auf Bürger wie Unternehmen, wenn sie überlegen, sich woanders niederzulassen; eine kreative Szene steht für Innovation und Zukunftsfähigkeit.“
Der Kunstverein hat sich zum Ziel gesetzt, der Schäferlaufstadt auch im Bereich der bildenden Kunst ein spannendes Leben einzuhauchen und damit eigene Bürger wie auch auswärtige Menschen zu begeistern. „Die Figuren von Karl-Henning Seemann zeichnen sich durch einen liebenswerten Humor in der Darstellung, durch eine Prise beißender Satire und auch durch eine große Ernsthaftigkeit in der Ausdrucksstärke aus“, so F. Eugen Schaffland, der Vorsitzende des Kunstvereins Markgröningen. Zwei Jahre lang hat sich der Verein um die Ausstellung bemüht. Schaffland: „Die Ausstellung der Bronzeskulpturen wird den Stadtkern Markgröningens für diese Zeit nicht nur optisch aufwerten, sondern sie wird auch signifikant das Image unserer Stadt im Umland positiv herausstellen.“
Karl-Henning Seemann ist 1934 in Wismar geboren, besuchte von 1953 bis 1955 die Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, von 1955 bis 1959 die Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. Nach dieser Zeit legte er das Kunsterzieher-Examen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ab, war Kunsterzieher an einem Mannheimer Gymnasium. 1972 wurde Seemann an die Fachhochschule Aachen berufen, 1974 an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Von 1974 bis 1997 war er dann dort Professor. Seit 1975 lebt Seemann in Löchgau – hier hat er auch heute noch seine Werkstatt.
