Vaihingen (ub) – Im Gemeinderat in Vaihingen gab es bereits im Dezember Lob: „Ein Modell, das Schule machen wird“ und „ein Schritt in die richtige Richtung“. Jetzt hat das „Vogelnest“, eine private Tageseinrichtung für Kinder von 0 bis 3 Jahren, den Betrieb in der Hans-Krieg-Straße 39 in Vaihingen aufgenommen.
Iris Tekinbas (Vaihingen) und Andrea Magiera (Sachsenheim), beides gelernte Tagesmütter und Leiterinnen des Vogelnests, sind stolz auf ihre Einrichtung, die auf 147 Quadratmetern, ein großes Spielzimmer, ein Rückzugszimmer, ein Schlafzimmer für die ganz Kleinen, eine Schlafinsel für die etwas größeren Kinder sowie einen großen, eingezäunten Garten mit altem Baumbestand bietet. Auch von der Stadtverwaltung Vaihingen wurde das ansprechende Ambiente bestätigt.
Doch bis es soweit war, musste ein langer Weg zurückgelegt werden. „Die bürokratischen Hürden waren höher, als wir uns dies vorgestellt hatten“, so Tekinbas und Magiera. Auch jetzt macht die sich ständig ändernde Gesetzeslage den Tagesmüttern zu schaffen: Zuerst hat der Vaihinger Gemeinderat im Dezember beschlossen, die Kindertagespflege mit 68 Prozent der nachzuweisenden Betriebskosten zu fördern. In der Zwischenzeit wechselte die Zuständigkeit an den Landkreis. Gerhard Bahmer, der Chef des städtischen Ordnungs- und Sozialamtes, hat den beiden Frauen aber weiterhin seine Hilfe signalisiert.
Egal, ob es Zuschüsse bei der Stadt oder beim Jugendamt des Landkreises gibt, die Beiträge für die „Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen“ unterscheiden sich nicht von öffentlichen Einrichtungen. Zehn Prozent des Nettoeinkommens der Haushaltsgemeinschaft oder mindestens 200 Euro sind pro Monat fällig.
„Wir heben uns durch unsere flexiblen Öffnungszeiten ab“, sagen die Vogelnest-Chefinnen. Die Kernzeitbetreuung ist zwar von 7 bis 17 Uhr, aber auf Anforderung gibt es die Betreuung für das Kleinkind bis drei Jahren auch nachts oder am Wochenende. „Wenn jemand Frühschicht schafft, kann er sein Kind auch um 5 Uhr abgeben“, so Iris Tekinbas. „Das ist unser großes Plus.“ Auch die altersgerechte Förderung der Kinder steht im Vordergrund. „Diese brauchen viel Nestwärme und deshalb haben wir auch den Namen Vogelnest gewählt“, erzählen die zwei Tagesmütter, die ab dem achten Kind von Erzieherinnen unterstützt werden.
Die Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege erhalten durch das Kinderförderungsgesetz und die Änderung des Kindertagesbetreuungsgesetz neue Qualitäten. So ist ab 2013 ein Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren festgeschrieben. Bereits jetzt gibt es für die Betreuung der „Kleinen Löwen“ bei der Familien-Bildung in Vaihingen eine Warteliste.
Auch Iris Tekinbas und Andrea Magiera sind sich sicher, dass die Plätze in ihrer privaten Tageseinrichtung stark nachgefragt werden. Am Mittwoch war Beginn, derzeit sind zwei Kinder da. Am Samstag, 18. April, von 14 bis 18 Uhr gibt es einen „Tag der offenen Tür“ im Vogelnest. Tekinbas und Magiera: „Dann dürften die Plätze schnell vergeben sein.“ Insgesamt dürfen sowieso nicht mehr als neun Ganztageskinder gleichzeitig anwesend sein. Allerdings ist auch eine Teilzeitbetreuung möglich, beispielsweise nur vormittags oder an bestimmten Tagen in der Woche.
Informationen zum Vogelnest in der Hans-Krieg-Straße 39 in Vaihingen unter Telefon (07042) 8154966. Ab Mai ist die Homepage www.dasvogelnest.de geschaltet.
