Donnerstag, 17. Mai 2012

Friedensmesse für herzkranke Kinder




Werner Bauz und der brandenburgische Ministerpräsident Platzeck (re.) bei einem Termin in Bernau. Foto: p
Werner Bauz und der brandenburgische Ministerpräsident Platzeck (re.) bei einem Termin in Bernau. Foto: p

Aurich (ub) – Konzertantes Großereignis in der Vaihinger Stadtkirche: Am Sonntag (5. April) um 17 Uhr führen die Chöre des Liederkranzes Enzweihingen die „Friedensmesse“ von Gotthilf Fischer auf. Mitten in der Sängerschar ein Mann in Doppelfunktion: Einerseits ist Werner Bauz aus Aurich Mitwirkender, andererseits auch Vorsitzender des Bundesverbandes Herzkranker Kinder (BVHK).
Denn das Chor- und Orchesterkonzert in der Stadtkirche ist auch eine Benefizveranstaltung. Zwei Euro vom Eintrittspreis fließen an den Bundesverband Herzkranker Kinder mit Sitz in Aachen, der sich überwiegend aus Spenden und projektbezogener Förderung finanziert. Der BVHK vertritt die Interessen Betroffener mit angeborenen Herzfehlern in jedem Lebensalter. Er ist die Koordinierungsstelle der Selbsthilfe und Kontaktstelle für die Familien.
Werner Bauz (50) aus Aurich, verheiratet, drei Kinder, wurde aus persönlichen Gründen auf die Arbeit des Bundesverbandes aufmerksam, ist seit 1996 im Vorstand tätig und seit einem Jahr der ehrenamtliche Bundesvorsitzende. „Unsere Arbeit finanziert sich überwiegend aus Spenden von Menschen mit Herz für Menschen mit einem kranken Herzen“, so Bauz, hauptberuflich Projektmanager bei einem Stromversorger.
Zweimal im Jahr Mitgliederversammlungen, einmal eine Beiratstagung, dreimal im Jahr Vorstandssitzungen in Bonn – das Ehrenamt fordert Zeit. „Viele Menschen bringen Geld ein, aber bei der Zeit da hapert es“, so Bauz in einem Gespräch mit der Vaihinger Kreiszeitung. Zwar wird das Gros der Termine von der hauptamtlichen BVHK-Geschäftsführerin Hermine Nock wahr genommen, doch auch Bauz ist bei Repräsentationspflichten nicht außen vor. So am 13. März, als der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck eine Kindernachsorgeklinik in Bernau eröffnet hat – mit dabei der Auricher Bauz. Die Einrichtung im Landkreis Barnim dient herz- oder krebskranken Kindern als Anlaufstelle für die Rehabilitation nach Akutbehandlung oder Operation. „Die Klinik soll ein Ort der körperlichen und vor allem seelischen Erholung für die Kinder und ihre Angehörigen sein nach quälender Zeit der Schmerzen und Angst“, so Platzeck. Gesellschafter und Kooperationspartner der Kindernachsorgeklinik ist unter anderen auch der Bundesverband Herzkranke Kinder.
Im Bundesverband sind die Herz-Kinder-Hilfe Hamburg, die Kinder-Herz-Hilfe Kiel, die Aktion Kinderherz Düsseldorf, die Elterninitiative herzkranker Kinder Köln, Herzkrankes   Kind  Aachen,   Herzkranke Kinder Münster, Herzkrankes Kind Homburg/Saar, Kinderherzen heilen Friedberg, Herzklopfen Südbaden, Elterninitiative herzkranker Kinder Tübingen, Elterninitiative herzkranker Kinder Dortmund, Herzkinder Unterland, Herzpflaster Coesfeld, Ulmer Herzkinder und Elterninitiative herzkranke Kinder und Jugendliche Bonn. Zwei weitere Aufnahmeanträge liegen aus Mainz und Ostfriesland vor.
Wichtig ist dem BVHK die Arzneimittelsicherheit bei Kindern, „denn“, so Bauz, „Kinder sind therapeutische Waisen“. Viele an Erwachsenen erprobte Medikamente werden ohne Zulassung für die jeweilige Altersgruppe, ohne kindgerechte Darreichungsform beziehungsweise ohne verbindliche Dosierung an Kinder verabreicht. Auf Intensivstationen sollen es nach Angaben des Bundesverbandes bis zu 90 Prozent sein.
Erreicht wurde bisher die Mitwirkung bei der Zertifizierung Kinderherzchirurg, Qualitätssicherung in der Kinderkardiologie und Spezialambulanzen im Gespräch mit der Politik. Hier lobt Bauz den stellvertretenden Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im deutschen Bundestag, Dr. Hans-Georg Faust. Bauz: „Er ist einer der wenigen Politiker, mit dem man etwas bewegen kann.“




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