Vaihingen (pv) – „Europa wächst immer enger zusammen. Genauso ist es mit unserer Städtepartnerschaft“, so Vaihingens Stadtoberhaupt Gerd Maisch. Beim Empfang im Europahaus im ungarischen Köszeg bedankte er sich bei seinem Amtskollegen László Huber für die herzliche Gastfreundschaft.
Im Jahr 2009 besteht die deutsch-ungarische Städtepartnerschaft bereits 20 Jahre. Eine vierzehnköpfige Delegation aus Vaihingen reiste unter der Leitung von Oberbürgermeister Maisch in die rund 800 Kilometer entfernte Partnerstadt. Anlass des Besuchs war der Sankt Georgstag am 24. April. Seit dem 18. Jahrhundert wird der Vegetationszustand der Weintriebe in ein großes Buch eingezeichnet. Neben der Vaihinger Gruppe waren weitere Delegationen aus der Slowakei und dem österreichischen Mödling zu Gast in Köszeg.
Am Abend des Anreisetages konnten die Vaihinger Gäste eine Fotoausstellung der städtepartnerschaftlichen Begegnungen im Jahr 2007 bewundern. Das Weintriebefest eröffnete vergangenen Donnerstag der Köszeger Bürgermeister László Huber auf dem Platz vor dem Rathaus. Die Kinder und Jugendlichen der Folkloretanzgruppe „Hajnal Csillag“ stimmten die Gäste mit ihren Tänzen auf das Fest ein.
Wie weit sind die Weintriebe in diesem Jahr? Im Rittersaal der Burg zeichnete ein Künstler zum 267. Mal Köszeger und Vaihinger Weintriebe originaltreu in ein dickes Buch – das Weintriebebuch ein. So kann man zurückverfolgen, wie sich die Weintriebe von Jahr zu Jahr entwickeln. 1990 schenkte Vaihingen ihrer Partnerstadt ein neues Weintriebebuch. Neben den Zeichnungen werden auch meistens die Wetterverhältnisse verewigt, die wesentlichen Einfluss auf Menge und Qualität der Ernte haben. „Mit den Erforschungen der in Europa einzigartigen Aufzeichnungen erhoffen wir, nähere Erkenntnisse der klimatischen Veränderungen zu gewinnen“, merkt Bürgermeister László Huber bei der Weinprämierung an.
Nach den offiziellen Feierlichkeiten organisierten die ungarischen Gastgeber einen Ausflug in das rund fünf Kilometer entfernte Dorf Cák. Die idyllische Ortschaft liegt am Fuße des Günser (die ursprüngliche Bezeichnung von Köszeg) Gebirges und bildet mit 17 weiteren Gemeinden den Naturpark Iröttkö – zu Deutsch „Geschriebenenstein“. Dort besichtigten die Vaihinger acht aus Stein gemauerte Weinkeller aus dem 17. Jahrhundert. Einen herzlichen Empfang bereitete der örtliche Bürgermeister des 250-Seelen-Dorfes im Gemeindehaus. Dort kamen die Gäste in den Genuss eines Streichquartetts sowie der Aufführung der örtlichen Kinderfolkloretanzgruppe. Bei der anschließenden Weinprobe auf dem Weingut Stefanich konnte sich die Delegation selbst ein Bild machen, wo und wie die ungarischen Weintriebe wachsen.
Die nächste „offizielle“ Begegnung – der Austausch von Vereinen und Bürgern erstreckt sich über das ganze Jahr – ist der Vaihinger Maientag. Vom 9. bis 13. Mai beherbergen die Vaihinger eine rund 50-köpfige Delegation aus der Partnerstadt. Dieses Mal wird die Folkloretanzgruppe „Hajnal Csillag“ unter der Leitung von Anikó Kövari Dvorakne und Ehemann László Dvorak erwartet. Die jungen Tänzer werden am Seniorennachmittag im Weinzelt auftreten. Mit dem Förderverein für Kinder- und Jugendtanz Vaihingen sind gemeinsame Folkloredarbietungen geplant. Am Pfingstmontag werden die jungen Köszeger beim traditionellen Festumzug zu sehen sein.
