Ludwigsburg (afi) – Mit einem Festakt im Forum am Schlosspark feierte die Kreishandwerkerschaft die Frühjahrs-Freisprechung von 209 Auszubildenden. Den geglückten Start ins Berufsleben des Nachwuchses verglich Kreishandwerksmeister Albrecht Lang mit einer Führerscheinprüfung. „Sie können stolz darauf sein“, sagte er. Um aber die Kniffe und Erfahrungen eines Meisters oder eines Altgesellen zu erlangen, werde es noch einige Jahre dauern, meinte Lang.
Mehr als 500 Ex-Azubis, Eltern, Ausbilder und Lehrer füllten am Montagabend bei der Feier den Bürgersaal des Forums. Ludwigsburgs Baubürgermeister Hans Schmid lobte als Gastredner das gute Verhältnis zwischen der Stadtverwaltung und dem Handwerk. „Das Handwerk ist nicht nur einer der größten Arbeitgeber in unserer Stadt, sondern es steht auch für seine gute und solide Ausbildung“, hob Schmid hervor. Auch in anderen Branchen wären „Greencards“ überflüssig, würde dort mit soviel Engagement die Nachwuchsförderung betrieben, würdigte Schmid die ebenso erfolgreichen wie aber auch aufwändigen und kostenintensiven Bemühungen der Handwerker.
„Ohne Handwerk würde eine Kommune nicht funktionieren“, stellte Kreishandwerksmeister Lang fest, „denn wir bieten stabile Arbeitsplätze und bezahlen unsere Steuern vor Ort.“ Er hob den hervorragenden Ausbildungsstandard in Praxis und Theorie hervor und unterstrich dies auch bei der anschließenden Ehrung von langjährigen Amtsträgern, die der Vizepräsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, Andreas Fiala, vornahm.
Darum verdient gemacht hat sich zum Beispiel Gerhard Weeber, der seit 1978 Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses der Elektroinnung Ludwigsburg und damit „dienstältester Ehrenamtsträger“ ist. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die langjährigen Lehrlingswarte Helmut Lindemann (Elektroinnung), Bernhard Hörl (Mechaniker, Thomas Stigler (Metall), Thomas Krauter (Raumausstatter) und Walter Bannert (Elektro) sowie Obermeister Richard Benz von der Elektroinnung (die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiert).
Von den 201 männlichen und acht weiblichen Auszubildenden, die jetzt freigesprochen wurden, hatten 14 eine Belobigung für hervorragende Leistungen verdient und drei weitere sogar Preise erhalten. Darüber hinaus wurden von Baubürgermeister Schmid und von IKK-Geschäftsführer Folkhardt Bienert noch Kammersieger und Landessieger ausgezeichnet.
Besonderen Beifall bekamen als Erste Kammersieger der Feinmechaniker Rainer Szegedi aus Ensingen (Firma Robert Maier GmbH, Horrheim) und die Raumausstatterin Tina Spranz aus Nordheim (Harsch Raumdesign, Mundelsheim). Erster Landessieger bei den Bäckern wurde Thomas Keppler aus Eppingen (Firma Stöckle e. K., Bietigheim-Bissingen). Den Vogel abgeschossen hatte jedoch Pamela Allen aus Bietigheim-Bissingen, die es sogar bis in den Bundeswettbewerb schaffte und Dritte Bundessiegerin wurde. Pamela absolvierte ihr Lehre in einem Stuttgarter Betrieb.
Für alle, die ihre Gesellenprüfung geschafft haben, bedankte sich der Affalterbacher Klempner-Geselle Ulrich Nesper (Firma Scholz, Freiberg) bei Ausbildern, Lehrern und Eltern für die Unterstützung in den vergangenen Jahren. Er er„innerte seine Altersgenossen daran, dass mit dem Gesellenbrief zwar ein wichtiger Lebensabschnitt erreicht wurde, Lernen jedoch Lebensaufgabe bleibe. Deshalb ermutigte er sie, auch künftig die zahlreichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch die Band „Permanent Vacation“ (Rock und Beat); eine Gruppe des MTV lockerte die Veranstaltung durch zwei Showeinlagen auf.
