Donnerstag, 17. Mai 2012

Hip-Hop-Spektakel in Vaihingen: "Voller Erfolg"


Die "Girls Deluxe" der Auricher Tanzschule haben sich qualifiziert.  Foto: Rücker
Die "Girls Deluxe" der Auricher Tanzschule haben sich qualifiziert. Foto: Rücker

Vaihingen (sr) – Rund 300 Hip-Hop-Tänzer und 600 Gäste gingen am Sonntag in der Vaihinger Stadthalle ein und aus. Grund war die Vorrunde Süd-West zur Deutschen Meisterschaft aller "D!'s Dance & Kids Club"-Tanzschulen. "Ein voller Erfolg", urteilt Conny Boob, Organisatorin vor Ort, über die Veranstaltung.
Eltern tappen, was die Gemütslage ihrer Sprösslinge angeht, häufig im Dunkeln. Da stürzen die Erziehungsberechtigten schon hin und wieder in tiefste Verwirrung. Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie kündigen Ihrem pubertierenden Nachwuchs an, sonntags früh aufstehen zu müssen. Möglicherweise zum Wandern oder weil ein Verwandtenbesuch ansteht. Der Grund wäre aber sowieso ziemlich egal, da die Reaktion immer gleich aussähe: Wehklagen und inbrünstiger Protest über derartig menschenverachtende Vorhaben würde der Kindskehle entspringen.
 Bei Hip-Hop allerdings, da gerät in manchen Familien die Welt aus den Fugen. Hip-Hop, das ist eine Jugendkultur, ein Lebensgefühl, das sich für Unbedarfte nicht in ein paar Worte pressen lässt. Verschiedene Elemente lassen das Herz des Durchschnitts-Hip-Hoppers höher schlagen, darunter Rap, ein atemberaubender Sprechgesang und Breakdance. Jedenfalls: Am vergangenen Sonntag war es soweit. Für mindestens einen der Teenager war die Nacht um 5 Uhr zu Ende – völlig ohne Zwang und ohne Protest, denn es galt, sich auf einen Hip-Hop-Contest vorzubereiten, auf die Vorrunde Süd-West zur Deutschen Meisterschaft aller „D!’s Dance & Kids Clubs“. 300 Tänzer, zwischen fünf und 25 Jahre alt, legten in der Vaihinger Stadthalle Hip-Hop und Street-Style aufs Parkett. 600 Gäste ließen das Spektakel in der Vaihinger Stadthalle auf sich wirken.
„Die Veranstaltung war ein voller Erfolg“, strahlte Conny Boob, Leiterin der Tanzschule „Dance Like Crazy“ (DLC) aus Aurich, die das Event vor Ort organisiert hatte. Unter dem Motto „dabei sein ist alles“ schickte Tanzlehrerin Boob zwölf Gruppen ihrer Tanzschule an den Start. Insgesamt konnten sich 31 Formationen aus dem südwestdeutschen Raum und aus Fulda untereinander messen. Eineinhalb Stunden nach dem Check-in ab 9 Uhr füllten entsprechende Rhythmen die Stadthalle. Letztendlich konnten drei Gruppen der DLC-Tanzschule in ihrer Alterskategorie einen zweiten Platz belegen. Zwei davon, die „Chaoz Creww“ und die „Girls Deluxe“, haben sich somit für das Finale in Bottrop qualifiziert. Geburtstagskind Franziska Schmetzer aus Vaihingen konnte sich nach ihrem Auftritt mit den „Girls Deluxe“ von der Bühne aus über ein vielstimmiges „Happy birthday“ freuen.
Für manche war die Enttäuschung groß, als die Berliner Jury des Veranstalters „D!’s Dance & Kids Club“ sie nicht auf dem Siegertreppchen platzierte. Synchronismus, Formationswechsel und saubere Choreografien waren Aspekte, die bei der Wertung des Preisrichterteams einflossen. Conny Boob: „Ich bin froh, dass ich das nicht machen muss“. Dass ihre Schüler Bühnenluft schnuppern, ist das, was für Boob zählt. Während in anderen Schulen vor den Competitions gesiebt und gecastet wird, lässt Boob alle Gruppen, die möchten, an den Start gehen. Auch wenn manche ihrer Schüler dann traurig nach Hause kommen, steht Boob zum olympischen Motto. Allein fünf ihrer Gruppen traten zum ersten Mal vor großem Publikum auf. Ein nachhaltiges Erlebnis, auch ohne Qualifikation für die Endrunde.
Gemeinsam mit ihrem Helferteam hatte Boob die Veranstaltung vor Ort organisiert. Kein leichtes Unterfangen, bei 900 Besuchern, die für ein reges Kommen und Gehen an der Stadthalle sorgten. Doch Boob „würde es sofort wieder hier machen“.
Auch die Berliner Jury war vom Vaihinger Standort und Publikum durchaus angetan. Am Vortag lief die Vorrunde in Nürnberg nicht so harmonisch. Alkohol und Zigarettendunst störten dort die Competition. In Vaihingen habe dagegen eine „geile Stimmung“ geherrscht, so einer er Juroren, und auch die Vaihinger Stadthalle heimste Bonuspunkte ein. „Die Halle mit der Bühne war gigantisch, die Verdunkelung klasse“, schwärmte ein Jurymitglied. Conny Boob liebäugelt damit, das „nächstes Jahr wieder hier zu machen“. Und Stadthallen-Hausmeister Andreas Franz meinte nach seinem ersten Hip-Hop-Kontakt: „Toll ist das schon, was die machen. Eine starke Leistung!“  (sr)


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