Donnerstag, 17. Mai 2012

Liederkranz Kleinglattbach 100 Jahre alt


20/04 2008

Liederkranz Kleinglattbach 100 Jahre alt

Der gemischte Chor des Liederkranzes. Foto: Arning
Der gemischte Chor des Liederkranzes. Foto: Arning

Kleinglattbach (aa) – „Von wegen 100 Jahre alt“, staunte Gauchormeister Werner Dippon, „des isch schon genial, was ihr do macht.“ Beim Jubiläumsabend des Liederkranzes Kleinglattbach durfte Dippon am Samstag nach dem schwungvollen La-Bamba-Song des Chores „Zeitlos“ ans Mikrofon und konnte nur anerkennend staunen: „Thank you for the music!“
 Natürlich war es nicht nur Dippon, der die Leistungen des Jubiläumsvereins rühmte. Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch freute sich mit über das stolze Jubiläum. Die Chöre seien aktiv an der hohen Musikkultur beteiligt. „Und die Chöre leben, Kleinglattbach ist ein gutes Beispiel dafür.“ Hier seien die Weichen rechtzeitig gestellt worden, um dem Nachwuchsmangel entgegenzuwirken. Das Geburtstagsprogramm sei ein überragendes Dokument des Engagements.
Rolf Czudzowitz, Vorsitzender des Chorverbandes Enz, musste sich dafür entschuldigen, dass es mit der beantragten Zelter-Plakette nicht geklappt hat. „Man steht als Vorsitzender blöd da, wenn sie sagen müssen, dass der Antrag zur Post ging, aber nie angekommen ist.“ Die Verleihung wurde für 2009 versprochen. Czudzowitz mahnte eindringlich an, in die Jugend zu investieren und auch die mittlere und ältere Generation nicht zu vergessen, „dann bleibt uns das Singen erhalten“. In Kleinglattbach habe es einen Aufbruch gegeben. „Hier wirkten immer zum richtigen Zeitpunkt Menschen, die zuallererst wollten, dass im Ort gesungen wird. Macht weiter so!“, appellierte der Verbandsvorsitzende an die Verantwortlichen.
„Auch das Zuhören macht glücklich“, wandelte Ortsvorsteherin Sieglinde Kühnle, die auch für die Vereine und die Feuerwehr sprach, ein Zitat aus den Reden („Singen macht glücklich“) um: „Wir danken für die Lieder.“ Die Gründer könnten stolz auf den heutigen Liederkranz sein, fand sie und rief dazu auf, zusammenzuhalten und das Wir-Gefühl zu stärken. Hatten OB Maisch und Czudzowitz mit mehr oder weniger „schweren“ Umschlägen gratuliert, gab es von Kühnle unter anderem ein Gästebuch und einen Gutschein für ein Fahnenband. Dorothea Zaiß, Vorsitzende des Gesangvereins Frohsinn Schützingen, ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, zu gratulieren: Die beiden Vereine sind durch Dirigent Günter Baral miteinander verbunden. Und beide Chöre bestehen seit jeweils 100 Jahren. Als Geschenk wurde ein Kameradschaftsabend angekündigt.
Ohne Frauen geht
es im Chor nicht mehr
„Ich bin schon ein wenig stolz darauf, im Jubiläumsjahr die Vorsitzende des Liederkranzes zu sein“, meinte Rose Tutsch in ihrer Begrüßung. In einem Kurzdurchlauf erinnerte sie an die Höhepunkte im Vereinsleben (die VKZ hat auf einer Sonderseite berichtet). Besonders herausgehoben wurde die Dirigententätigkeit von Otto Breitling, der den Chor ab 1948 vier Jahrzehnte leitete. 1959 wurde ein Blasorchester gegründet, das sich 1974 selbstständig machte. Der Bau des Sängerheims (1975) war ein markanter Punkt. Der Frauenchor wurde 1989 ins Leben gerufen. Rose Tutsch: „Die Männer kamen zur Einsicht, dass es nicht immer ohne Frauen geht.“ Seit 2002 wird nur noch gemischt gesungen – durch den Männerschwund blieb keine andere Wahl. Der junge Chor „Zeitlos“ besteht ebenfalls seit 2002, der Kinderchor seit 2005.
Natürlich waren am Samstagabend alle Formationen des Vereins auf der Querbühne der „Halle im See“ zu erleben. „Komm,
sing ein Lied“ hieß es als Start für alle Liederkranzgruppen. Der Kinderchor stellte sich mit zwei frischen Liedern unerschrocken vor das große Publikum, der gemischte Chor (zehn Männer, zwanzig Frauen) ließ unter anderem „Musik erfüllt die Welt“ erschallen. Der Chor „Zeitlos“ hat mit seinem Schwung sicher neue Freunde gewonnen. Viel beklatschte Einlagen kamen von Katja Zimas Musikschule (Oboen und Altflöten) und den Enzweihinger Rope-Skipping-Mädchen. Ein Erlebnis für sich war der Vaihinger MGV. Unter der Leitung von Dr. Frano-Pallesche setzten die gut aufgelegten Herren ein Ausrufezeichen in Sachen Männerchor und brachten den Saal mit „Rock my soul“ regelrecht in Wallung.
Am Sonntag war ein Freundschaftssingen angesagt (mit den Chören aus Gündelbach, Sersheim, Ensingen, Nussdorf, Illingen Maulbronn, Oberriexingen und Mühlacker). Für den kommenden Freitag ist eine besondere Aktion geplant: Es soll eine Sängerlinde gepflanzt werden.


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