Donnerstag, 17. Mai 2012

Bürger-Treff in Feierlaune


Guter Besuch im Bürger-Treff. Foto: Arning
Guter Besuch im Bürger-Treff. Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Es ist nicht selbstverständlich, dass der Ministerpräsident einem Bürger-Treff zu einem vergleichsweise schlichten Geburtstag gratuliert. In seinem Wahlkreis wollte sich Günther Oettinger das jedoch nicht entgehen lassen. 35 Minuten beehrte er am Freitagabend den Bürger-Treff Vaihingen zur Feier des zehnjährigen Bestehens.
Als ein Stück Kultur und aktiv gelebte Bürgerschaft hat Günther Oettinger den Jubilar gewürdigt (siehe auch VKZ vom Samstag). Vereine wie der Bürger-Treff würden bei der wachsenden Zahl der Älteren immer wichtiger werden und an Bedeutung gewinnen. Hier werde die Integration gefördert, der Gesprächsarmut entgegengewirkt und Solidarität bewiesen. Es sei ganz wichtig, dass es zu keinem Generationenkonflikt komme, stellte Oettinger heraus.
Ob es die Ankündigung vom Kommen des MP war, dass die Veranstalter von den Besuchern fast überrollt wurden? Darüber darf spekuliert werden. Eines spielte jedoch sicher auch eine Rolle: Wer beim Bürger-Treff in irgendeiner Form mitmacht, der fühlt auch mit. Beim Bürger-Treff ist man nicht nur zahlendes Mitglied, man bringt sich ein, will mitmachen, Kontakte knüpfe, Freundschaften schließen. Da braucht man sich dann nicht weiter zu wundern, wenn 380 Besucher beim zehnjährigen Bestehen dabei sein wollen.
Immer wieder wurde bei der Feier in der Stadthalle an den erst vor wenigen Wochen verstorbenen Vorsitzenden Stefan Faltum erinnert, seine ausgleichende und zusammenführende Art gerühmt.
Für die Festrede war Oberbürgermeister a. D. Heinz Kälberer ausgeguckt worden, der sich natürlich nicht lange zierte mit seiner Zusage. Der Vaihinger Ehrenbürger, der ja als Vizepräsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge aktiv ist und als Osteuropabeauftragter der Landesregierung fungiert („Ich wollte halt auch mal eine Markung haben, die größer ist als die zwischen Gündelbach und Pulverdingen“) sprach vom unglaublichen Glück, in der Nachkriegszeit leben zu dürfen. Und die Europäische Union sei bei aller Kritik an der oft überbordenden Bürokratie wichtig für den Frieden.
In seiner Amtszeit sei er schon immer von den Dingen, für die die Stadt eigentlich nichts konnte, am stärksten beeindruckt gewesen. Zum Beispiel von den Jugendhäusern und auch vom Bürger-Treff. Initiativen seien in aller Regel gegen etwas und sehr laut zu hören. „Zum Glück gibt es auch Initiativen wie den Bürger-Treff, die für etwas sind. Und Stefan Faltum war als Vorsitzender ein Glücksfall.“ Einen besonderen Wunsch hatte Heinz Kälberer: „Vielleicht gelingt es, die Verbindung zwischen Alt und Jung noch mehr zu knüpfen.“
Bei der Feier, die von einem Saxophon-Quartett der CJD Jugendmusikschule umrahmt wurde, gratulierte auch die Vorsitzende vom befreundeten Marbacher Bürger-Treff, der seit 16 Jahren besteht. Eine Videoschau leitete zu einem Stehempfang über. „Wir waren echt überrascht, dass die Gäste alle da geblieben sind“, freute sich Vorstandsmitglied Horst Laier.
Und erstaunt war man auch über den Zulauf am Samstagnachmittag. Um 14.20 Uhr meldete die 2. stellvertretende Vorsitzende Erika Krauss an der Tür schon „über 100 Besucher“. In allen Räumen, die ja nach den Vaihinger Stadtteilen benannt sind, herrschte Leben. In der Mitglieder-Bilanz dürfte sich nach dem Wochenende sicherlich einiges bewegt haben. Die nächste wichtige Veranstaltung ist übrigens am kommenden Freitag die Hauptversammlung. Man muss kein Hellseher sein: Da wird sich der Andrang sicher auf ein Normalmaß beschränken.


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