Donnerstag, 17. Mai 2012

Landesgartenschau im Visier


In Vaihingen gibt es wieder Gartenschaupläne. Foto: Arning
In Vaihingen gibt es wieder Gartenschaupläne. Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Die Stadt Vaihingen will wieder eine Bewerbung für eine Landesgartenschau auf den Weg bringen. Der Gemeinderat soll in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch eine Grundsatzentscheidung treffen. Allerdings hat der Stadtteilausschuss Bedenken angemeldet und um eine Zurückstellung gebeten, bis von der Landesregierung gesicherte Aussagen über die Ausschreibungsmodalitäten und Förderquoten vorliegen.
Bereits im Jahr 2002 hatte sich Vaihingen um eine Landesgartenschau beworben und die Idee mit einem Grünring zugrunde gelegt. Vorgesehen waren zwei Kernzonen in den Bereichen „Fuchsloch“ und „Köpfwiesen“, die zum einen über eine grüne Stadtachse, zum anderen über Glattbach- und Enztal miteinander verknüpft werden sollten. Inzwischen haben sich die Voraussetzungen für die Entwicklung von Grünbereichen verändert. „Wir müssen hinterfragen, ob mit dem Konzept von 2002 noch einmal in die Bewerbung für die Landesgartenschau gegangen werden soll“, sagt Stadtplaner Ernst Loos.
Für den Bereich „Fuchsloch“ werden unter anderem Beschränkungen durch die in der Zwischenzeit in Kraft getretene Störfallverordnung gesehen, in die auch die Firma Schick fällt. Dadurch wird die Stadtentwicklung im Umkreis von 400 Metern stark eingeschränkt. Außer rein gewerblichen Bauflächen ist fast nichts mehr planbar bzw. genehmigungsfähig. Loos: „Gerade wegen der Einschränkung der Stadtentwicklung wäre es notwendig, die Firma Schick auszulagern. Eine Landesgartenschau könnte dafür ein Motor sein.“ Das „Fuchsloch“-Areal könnte aus Sicht des Stadtplaners durch seine Grünflächen eine verbindende Funktion zwischen der Kernstadt und Kleinglattbach bekommen und zu einem wichtigen Naherholungsbereich werden. Vorteil: Der Bereich grenzt direkt an den neuen Bahnhof an und ist dadurch hervorragend an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angeschlossen. Eine Anbindung der vorhandenen und künftigen Grünflächen von Kleinglattbach- Süd wäre möglich. Ernst Loos: „Die Schaffung einer neuen grünen Mitte wäre ein innovativer Planansatz, mit dem sich die Stadt von Mitbewerbern sehr gut abheben könnte.“
Im Enztal stellt der Bereich „Köpfwiesen“ einen potenziellen Grünflächenausgleich für die Altstadt dar. Mit einer Neugestaltung könnte eine Anbindung der Stadt an die Enz geschaffen werden. Als wünschenswert wird in diesem Zusammenhang die Aussiedlung der Firma Häcker aus dem stadtnahen Enztal gesehen. Mit einer Landesgartenschau könnte zudem eine Neuordnung des Bereichs Egelsee, der für weite Teile der Stadt ein wichtiger und attraktiver Naherholungsbereich ist, vorgegeben werden. Und nicht zuletzt müsste in diesem Zusammenhang auch eine Entscheidung über den Standort eines Leichtathletikstadions (die berühmte Kampfbahn vom Typ C) getroffen werden. Die Einschätzung aus dem Stadtplanungsamt: „Eine Landesgartenschau am Fluss ist eher ein klassisches Thema, mit dem man sich kaum von anderen Mitbewerbern unterscheiden kann.“
Von der Stadtverwaltung wird vorgeschlagen, eine Machbarkeitsstudie (ohne besondere Vorgaben) zu erteilen. Vier Büros sollen aufgefordert werden, Angebote mit Vorentwurfsstudien abzugeben, dafür will man 10000 Euro zur Verfügung stellen. Nach der Vorstellung der Büros und ihrer Entwurfsstudien im Gemeinderat müsste ein Büro ausgewählt werden, das die Machbarkeitsstudie für die Bewerbung erarbeitet. Hierfür wird mit Kosten in einer Größenordnung zwischen 30000 und 40000 Euro gerechnet. Da im Haushalt 2008 keine Mittel für das Projekt Landesgartenschau eingestellt sind, müssten insgesamt 50000 Euro im Nachtrag finanziert werden.
„Wie der Gemeinderat am Mittwoch entscheidet, ist völlig offen“, meint Hauptamtsleiter Hans Rentschler vor dem Hintergrund des Beschlusses des Stadtteilausschusses. Der Ausschuss wollte erst konkrete Ausschreibungsunterlagen auf dem Tisch haben und auch nicht über den Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen (Aufwertung des Enzbereichs) beraten.
 Da ist dann noch die Frage, ab wann eine Bewerbung für eine Landesgartenschau greifen würde. Antwort: Derzeit wird über den Zeitraum 2016 bis 2023 nachgedacht. Anfang 2009 sollen bereits Entscheidungen getroffen werden. So verwundert es also nicht weiter, dass die Stadtverwaltung auf eine Grundsatzentscheidung drängt – auch ohne gesicherte Erkenntnisse über die Auschreibungsmodalitäten.


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