Mitgliederversammlung Naturpark Stromberg-Heuchelberg
Cleebronn (aa) – Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg bekommt eine Heimat: Am 19. Mai wird am Stausee Ehmetsklinge bei Zaberfeld der erste Spatenstich für das Naturparkzentrum ausgeführt. Bis in einem Jahr soll die Anlage, für die insgesamt rund eine Million Euro investiert werden, fertig sein.
„Es läuft wirklich gut in der Arbeit beim Naturpark.“ Vorsitzender Andreas Felchle, im Hauptberuf Bürgermeister der Stadt Maulbronn, freute sich gestern bei der Mitgliederversammlung in Cleebronn über die Entwicklung, die der Verein mit seinen 39 Mitgliedern genommen hat, auch wenn man bei den Finanzen in „rauer See“ fahre.
Nach einer Idee der Landesregierung soll der Naturpark bis 2009 nur noch mit 50 Prozent der für 2006 zugesagten Mittel auskommen. Das wären dann noch 45000 Euro Landesmittel und eine ähnliche Größenordnung an EU-Co-Finanzierungsmittel, wobei noch sogenannte Verdichtungsbeträge abgezogen werden. Felchle geht jedoch davon aus, dass diese Überlegungen vor dem Hintergrund der inzwischen besser gewordenen Einnahmesituation des Landes nicht greifen wird. „Wenn es dabei bleiben sollte, könnten wir nicht existieren“, orakelte der Vorsitzende, 70 bis 80 Prozent müsse man haben. „Gerade jetzt, wo der Naturpark mit dem Zentrum spürbar an Fahrt aufnimmt, wäre es fatal, wenn diese Bemühungen durch die Halbierung der Fördergelder ausgebremst würden.“
Insgesamt hat der Naturpark im vergangenen Jahr 146000 Euro Einnahmen erzielt (unter anderem 20500 Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden, rund 55000 Euro vom Land und 51500 Euro aus den Rücklagen). Die größten Ausgabebrocken waren für das Infozentrum (25000 Euro) und Aktionen wie die Ausbildung der Naturpark-Guides und eine Mountainbikekonzeption (26000 Euro) reserviert. Der im ehemaligen Sternenfelser Forsthaus residierende Geschäftsführer Dietmar Gretter (Vorsitzender Felchle: „Ein Glücksfall für uns“) belastet den Etat nicht: Er steht in den Diensten der Forstverwaltung und wird vom Land besoldet. Insgesamt wurden 53 Projekte bezuschusst, in Vaihingen, das mit seinen Strombergorten Gündelbach, Ensingen und Horrheim zum Verein gehört, waren dies zum Beispiel das Mähen von Feuchtgebieten bei Ensingen, die Offenhaltung von Streuobstwiesen oder Gehölzverjüngung beim Horrheimer See.
Für 2008 wurde gestern ein Haushaltsplan mit Einnahmen und Ausgaben von jeweils 180904 Euro beschlossen. Alleine 95000 Euro sollen für die Einrichtung des Naturschutzzentrums fließen (über drei Jahre hinweg werden es rund 250000 Euro sein). Andreas Felchle musste in diesem Zusammenhang seinen Dank an die sechs weiteren Naturparke im Land aussprechen: „Ihre Fördermittel wurden um die Mittel, die wir für einen Sonderfonds für das Naturparkzentrum brauchen, gekürzt. Das ist Solidarität.“
„Quantensprung in
der Naturparkarbeit“
Der Spatenstich für das Naturparkzentrum war eigentlich für den 30. April terminiert. Da jedoch noch die Zuschusszusage für Tourismusfördergelder aussteht und man sicher gehen will, dass nicht ein „Glufamichel“ in einem Bewilligungsamt noch dazwischenfunkt, wurde die Feier verschoben. Der Vorsitzende sieht mit der Einrichtung des Zentrums einen „Quantensprung in der Naturparkarbeit in Sachen Präsenz und öffentlicher Wahrnehmung“. Von den Betriebskosten bleiben 20000 Euro am Verein Naturpark Stromberg-Heuchelberg hängen, die durch neue Beitragssätze und in Form einer Umlage bei den Mitgliedern erhoben werden. Diese Umlage orientiert sich an den Einwohnerzahlen der Mitgliedskommunen mit einem Sockelbetrag von 200 Euro, die Landkreise zahlen 500 Euro. Sachsenheims Bürgermeister Horst Fiedler favorisierte einen einheitlichen Durchschnittsbetrag, hatte damit aber keinen Erfolg.
In diesem Jahr soll vor allem noch der Naturparkplan vorangebracht werden. Bis August will man das Leitbild fixieren. Die Naturparkführer, die künftig auch in der Satzung aufgenommen sind, wollen sich am 27. April bei einem Aktionstag vorstellen. Die sich durch die neue Satzung ergebende Struktur des Vereins soll im Herbst 2008 bei einer Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstandes offiziell bestätigt werden.
Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg zählt mit einer Fläche von 330 Quadratkilometern zu den kleineren Naturparken. Er liegt zwischen den Ballungsräumen Stuttgart, Heilbronn, Karlsruhe und Pforzheim. Mit Anteilen an vier Landkreisen, vier Regionalverbänden und zwei Regierungsbezirken gilt er als Muster baden-württembergischen Zusammenarbeit. Das Leitmotiv ist „Wein, Wald, Wohlfühlen.“ Mitglied sind unter anderem 25 Kommunen, darunter Vaihingen, Illingen, Sachsenheim, Sersheim, Mühlacker und Freudental.
