Kommunalwahl 2009: Kandidatensuche in Illingen

Erstellt: 10. Februar 2009
Kommunalwahl 2009: Kandidatensuche in Illingen 16 Sitze sind in Illingen zu vergeben. Foto: Elsässer

Illingen (elf) – Die Kommunalwahl 2009 am 7. Juni verspricht auch in Illingen einen spannende Sache zu werden. Gut möglich, dass die dominierende CDU sogar einen Sitz dazugewinnt, kann sie doch zwei bekannte Namen auf ihrer Liste präsentieren. Und wie verhält es sich bei UBL, SPD und den Grünen? Die VKZ hat nachgefragt.
An der „Weiberfasnet“ (19. Februar) wird im Gemeindeblatt von Illingen die Wahl bekannt gemacht, einen Tag später beginnt demnach die Frist für die Einreichung der Wahlvorschläge. Die Listen können von den Parteien und Vereinigungen bis spätestens 9. April (Gründonnerstag) eingereicht werden. Bei der Wahl sind insgesamt 16 Sitze zu vergeben, was sich allerdings durch Ausgleichs- und Überhangmandate noch nach oben verschieben kann.
„Wenn alle unterschreiben, mit denen wir Gespräche geführt haben, ist die Liste voll“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Eric Schach. Zwei Bürger, die im Ort bekannt sind, kann er bereits öffentlich präsentieren: den Polizisten Michael Thomsen sowie Heinz Ade, Selbstständiger in der Elektronikbranche und Hobbywinzer. „Damit haben wir eine starke Liste“, sagt Schach, zumal sich alle aktuellen Gemeinderäte wieder zur Wahl stellen. Somit könnte die CDU durchaus einen weiteren Sitz im Gremium dazubekommen, hofft der Fraktionsvorsitzende. Auf der anderen Seite könne sich in der Fraktion niemand sicher sein, seinen Sitz zu behalten ob der starken Konkurrenz in den eigenen Reihen. Das Programm, mit dem die Konservativen auf Stimmenfang gehen wollen, gelte es erst mit den anderen Kandidaten abzustimmen. Dennoch: „Die Schule liegt uns am Herzen“, so Schach. Dort herrsche ein Sanierungsstau. Selbstverständlich habe die CDU auch das Luig-Areal auf der Agenda, womit der Handlungsspielraum der Gemeinde sehr eingeschränkt sei. Schach: „Große Geschenke können wir daher nicht machen.“ Vielmehr gelte es, die Infrastruktur zu erhalten, Angefangenes weiterzuführen und die Illinger Ortsumgehungen voranzutreiben. Das Ziel für die Wahl formuliert er deutlich: „Wir wollen einen Sitz hinzubekommen.“
Zweitstärkste Kraft im Gremium ist die Unabhängige Bürgerliste (UBL). Deren Fraktionsvorsitzende Ingeborg Beller weist darauf hin, dass ihre Liste noch Lücken aufweist. Einige Bürger, die sich vorstellen können, für die UBL zu kandidieren, seien „noch am Zögern“. Vor allem in Schützingen Kandidaten zu finden, gestalte sich schwierig. Von den 17 Listenplätzen seien derzeit noch sechs frei. „Es wäre schade, wenn die Liste nicht voll wird, denn das könnte uns einen Sitz im Gremium kosten“, weiß Ingeborg Beller. Zumal die UBL künftig auf die scheidenden Gemeinderäte Stefan Kurbel und Urban Klose verzichten muss. Trotzdem möchte die Fraktion ihr Ergebnis von 2004 (29,2 Prozent) verbessern und der CDU nach Möglichkeit einen Sitz stibitzen. „Allerdings sind wir seelig, wenn wir unser Ergebnis der letzten Wahl halten können“, räumt Ingeborg Beller ein. Auch die UBL wird mit der Bebauung des Luig-Areals in den Wahlkampf gehen. Ferner will sie den Bürgern zeigen, dass sie sich für einen Ausbau der Kernzeitbetreuung in Richtung Ganztagesschule an der Grund-, Haupt- und Realschule stark macht. Kleinkinderbetreuung, Verkehr und das Illinger Eck sind weitere Themen, mit denen die UBL auf die Bürger zugehen will.
„Unsere Liste ist noch nicht voll, wir können noch Zusagen gebrauchen“, sagt Katharina Steffan, Fraktionsvorsitzende der SPD. Die drei amtierenden Gemeinderäte werden dafür wieder antreten. „Die Menschen, die wir angesprochen haben, sehen in dem Ehrenamt vor allem ein Zeitproblem“, sagt Katharina Steffan. Doch das sei gar nicht so tragisch. Deswegen hofft sie, die Liste bis zum spätesten Abgabetermin am 9. April noch voll zu bekommen. In die Kandidatensuche sei auch Altbürgermeister und SPD-Kreisrat Jochen Protzer eingeschaltet, der den potenziellen Kandidaten „die Angst nehmen“ könne. Schule, Jugendarbeit und Seniorenarbeit liegen der SPD besonders am Herzen. So könne beispielsweise auf dem Luig-Areal ein Konzept für seniorengerechtes Wohnen in unmittelbarer Nähe zum Pflegeheim umgesetzt werden. Katharina Steffan fände es schön, wenn die SPD künftig statt drei wieder vier Sitze im Gremium bekommen würde. Dann wäre die Gewichtung im Gremium gegen die schier übermächtige CDU und die UBL wieder etwas gleichmäßiger verteilt. So lautet das erklärte Ziel der SPD, zumindest das Ergebnis von 2004 (15,81 Prozent) wieder zu erreichen.
„Wir sind noch auf der Suche und führen viele Gespräche“, sagt Peter Pförsich, Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen. Kompetente Kandidaten, die ursprünglich bereit gewesen seien, Verantwortung zu übernehmen, seien weggezogen. Anderen fehle oft noch „der letzte Drücker“, sich zu engagieren. „Das sind Leute die ohnehin schon stark eingebunden sind.“ Die weitere Entwicklung der Gemeinde sei das Thema, mit dem die Grünen die Bürger von sich überzeugen wollen. So gelte es auf dem Luig-Areal, „städtebaulich verantwortungsvoll“ vorzugehen. Stichwort Verkehr: „So etwas wie die Spedition Winner im Ort anzusiedeln, kann man sich nicht mehr leisten“, sagt Pförsich. Auch die weitere Erschließung des Gewerbegebiets am Illinger Eck zwischen B10 und B35 gelte es zu verhindern. Außerdem würden sich die Grünen für eine vernünftige Energieversorgung – zum Beispiel Nahwärme – einsetzen. Die Förderung des Gewerbes vor Ort sei ein weiteres Thema. Es sei wichtig, dass sich die hiesigen Betriebe auch entwickeln können. Gleichzeitig mahnen die Grünen einen „verantwortlichen Umgang mit Flächen“ an. Zum Wahlziel sagt Peter Pförsich: „Es wäre schön, wenn wir unsere drei Sitze halten könnten.“ Er sehe die Grünen in der Gemeinde Illingen allerdings nicht in einem Parteienwettbewerb.

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